1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Jäger feiern Erfolg über Gabriel

  6. >

Jäger feiern Erfolg über Gabriel

Von Frank Polke Bochum. Politischer Erfolg für den Deutschen Jagdschutz-Verband: Jagdrecht und Naturschutzrecht sollen offenbar auch künftig auf Bundes- und auf Landesebene unabhängige und gleichberechtigte Rechtskreise bleiben...

wn

Bochum. Politischer Erfolg für den Deutschen Jagdschutz-Verband: Jagdrecht und Naturschutzrecht sollen offenbar auch künftig auf Bundes- und auf Landesebene unabhängige und gleichberechtigte Rechtskreise bleiben. „Damit ist eine Beschneidung der Landesjagdrechte vom Tisch“, zeigte sich der Jagdpräsident Jochen Borchert anlässlich des traditionellen Kamingesprächs in Bochum-Wattenscheid zufrieden.

Bundesumweltminister Gabriel (SPD) hatte ursprünglich eine Beschneidung der Länderkompetenz im Jagdrecht und eine veränderte Gesetzgebungskompetenz angeregt. Hauptkritikpunkt der Jäger war die geplante Abschaffung der so genannten Unberührtheitsklausel. Praktische Konsequenz: „Wir freuen uns über diese positiven Signale aus Berlin. Mit der jetzt getroffenen Entscheidung kann der Bund künftig nicht mehr ins Landesjagdrecht und somit auch nicht in den Katalog der jagdbaren Arten der Länder eingreifen“, sagte Borchert vor Journalisten.

Kritisch sieht der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) jedoch, dass auch im neuen Gesetzesentwurf versäumt wurde, den „Naturschutz in der landwirtschaftlich genutzten Fläche zu forcieren“. Jäger fürchten, dass durch eine weitere Zerschneidung und einer allgemeinen Flächenversieglung vor allem in Ballungsräumen weitere Rückzugsgebiete für Wildtiere wegfallen könnten. „In der Praxis bewährt haben sich flexible Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die durch die Novelle des Landschaftsgesetzes in NRW möglich gemacht worden“, so Borchert weiter.

Handlungsbedarf sieht der DJV auch weiter bei Wildschweinen. Allein zwischen 1. April 2007 und 31. März 2008 haben die Jäger 477 500 Schwarzkittel zur Strecke gebracht – 66 Prozent mehr als im Vorjahr. Verantwortlich für diese Entwicklung sind zwei Faktoren: Zum einen stieg der Bestand durch die milderen Winter auch in Deutschland stark an – allein in einem Jahr um das Doppelte. Der zweite Grund: „Besonders Mais, dessen Anbaufläche sich in den vergangenen 30 Jahren fast verdreifacht hat, wirkt wie ein Magnet auf die anpassungsfähigen Allesfresser“, weiß Borchert. Konsequenz: „Wir Jäger sind gefordert, durch intensives Jagen Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen gering zu halten und die Gefahr eines Ausbruchs der Schweinepest zu senken.“

Startseite