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Lenz Musik

James Morrison: Der Chris Martin ohne Promistatus

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Ein wenig kurios ist es schon: Da verkauft James Morrison von seinem Debüt „Undiscovered“ zwei Millionen Exemplare, schafft sogar in Amerika den Sprung in die Top 20 und wird doch ständig mit seinem Kollegen Chris Martin verwechselt. Auf der Straße sprechen ihn Leute an, die ein Autogramm des Coldplay-Sängers wollen. Allerdings stört das den 24-jährigen Singer/Songwriter kein bisschen, er mag eh nicht gern im Rampenlicht stehen: „Oft vergesse ich sogar, dass ich jetzt ein recht berühmter Sänger bin.“

Sein Credo: Alle Menschen sind gleich. Deswegen ist er zu jedem nett. Teure Markenklamotten sind nicht seine, beim Interview in seiner Berliner Plattenfirma trägt er schlicht Jeans und T-Shirt. Er lacht oft, scheint mit sich selbst im Reinen zu sein. Kein Wunder, mit seiner Jugendliebe Gill ist er seit sieben Jahren zusammen, kürzlich wurden die beiden Eltern. Für seine Familie hat der Brite ein Haus nahe Brighton gekauft. Mit seiner CD „Songs For You, Truths For Me“ geht er nun musikalisch in die zweite Runde.

Anfangs habe er sich mit diesem Werk schwergetan, gesteht er: „Ich wollte mehr E-Gitarre spielen, aber das wirkte total gezwungen.“ Er verabschiedete sich also von diesem Plan und ließ sich von seinem Unterbewusstsein treiben. Das Ergebnis: Soulgetränkter Pop, der auf gefühlvolle Alltagsanekdoten trifft. Für „Broken Strings“ konnte James Morrison sogar Nelly Furtado als Duettpartnerin gewinnen.

Was sie am meisten beeindruckt haben dürfte: seine Ehrlichkeit. Oft kreist er mit seiner rauen Stimme um die dunklen Seiten der Liebe. „Precious Love“ indes ist eine Ausnahme. Mit diesem Lied macht er seiner Partnerin unmissverständlich klar, wie wichtig ihre Zuneigung für ihn ist: „Bevor wir zusammenkamen, wusste ich weder, wer ich war noch wohin ich wollte. Gill half mir, mein Selbstwertgefühl zu finden.“

Die Wurzeln für seine Unsicherheit lagen in seiner Jugend. „Ich war ein extrem schüchterner Junge. Die Musik erlaubte es mir, mal laut zu sein und gehört zu werden.“

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