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„Jennifer hat einfach alles richtig gemacht“

Sigmar Syffus

Senden - Erst vor knapp 20 Monaten ist die Werbemittel-Agentur „Moll Konzept GmbH“ in der Alten Brennerei Palz aus dem Ei geschlüpft. Und schon nach so kurzer Zeit haben die beiden Jungunternehmer Daniel und Florian Moll einen Ausbildungsplatz geschaffen und ein „Küken“ in ins Nest geholt. Wobei das „Küken“ Jennifer Riesch einen durchaus „flugfähigen“ Eindruck macht: „Ich wollte eine Lehre anfangen, um auf eigenen Beinen stehen zu können, eigenes Geld zu haben. Und ich habe Lust zu arbeiten“, sagt die 16-jährige Lüdinghauserin selbstbewusst.

Über den Ausbildungsplatz zur Bürokauffrau bei Moll freut sich die Realschülerin sehr. Denn nur schätzungsweise 50 der rund 120 Mitschülerinnen und Mitschüler des Abschlussjahrgangs haben ebenfalls eine Lehrstelle gefunden. Einige wollten weiter zur Schule gehen, sagt die Realschulabsolventin mit Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe. „Viele machen allerdings ein Berufsorientierungsjahr, obwohl sie eigentlich in den Beruf wollen, aber keine passende Lehrstelle gefunden haben“, berichtet Jennifer Riesch.

Der Ausbildungsplatz bei „Moll Konzept“ sagt der Lüdinghauserin aus verschiedenen Gründen zu: Die beiden Chefs Daniel (26) und Florian (28) sind selbst noch jung, ebenso wie Mitarbeiterin Sabrina Karsten (25) - allein schon von daher ist die Atmosphäre locker und partnerschaftlich. Außerdem sage ihr die Arbeit an Schreibtisch und PC sehr zu - handwerklich orientiert sei sich nicht, erklärt Jennifer Riesch.

„Eigentlich wollten wir erst ab Sommer 2011 einen Ausbildungsplatz anbieten. Aber - toi, toi, toi - das Geschäft läuft gut“, nennt Florian Moll einen Grund, warum bereits jetzt eingestellt wurde. „Wir sehen das nicht als Belastung an, sondern züchten uns ein Eigengewächs heran und haben, wenn Jennifer 19 ist, eine Top-Kraft, die sich im Unternehmen gut auskennt.“

Längst nicht allein die guten Schulnoten waren ausschlaggebend für die Entscheidung unter 40 Mitbewerbern zugunsten der Lüdinghauserin: „Im Bewerbungsgespräch war sie freundlich, hatte die Umgangsformen drauf, machte einen sehr gepflegten Eindruck, war offen, ohne sich in den Vordergrund zu spielen und hat sich sympathisch präsentiert. Jennifer hat einfach alles richtig gemacht“, sagt Florian Moll. Hinzu kamen gute Noten in Mathe, Deutsch, Englisch und vor allem eine Eins in Informatik. Genau dieses Auftreten und die Motivation empfiehlt der Jungunternehmer allen Schulabgängern, ebenso wie eine möglichst frühzeitige Kontaktaufnahme zur Berufsberatung des Arbeitsamtes. Andererseits hofft er, dass möglichst viele unentschlossen Unternehmer sich ein Herz fassen und ausbilden. „Man kann auch jetzt noch ganz kurzfristig zum 1. September einen Ausbildungsplatz anbieten“, appelliert Florian Moll.

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