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Lenz-Interview

Jennifer Lopez: „Man bekommt Liebe nicht geschenkt“

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Deine neue Single „On the Floor“, ein Duett mit dem Rapper Pitbull, basiert auf dem 22 Jahre alten Lambada-Hit. In Europa war der Song eine Nummer eins, und alle versuchten sich an diesem Tanz. Kanntest du das Lied?

Jennifer Lopez: Ach, aber klar. Ich war ungefähr 18 und kann mich auch noch gut an den Tanz erinnern. Das war sehr heiß damals, verdammt sexy. Für mich ist dieser Song genau perfekt. Ich wollte mit einer richtig internationalen, globalen Single zurückkommen. Mit einem Lied, das jeder gleich erkennt.

Dein Album „Love?“ enthält ein Fragezeichen. Soll das heißen, du zweifelst an der Liebe zu deinem Ehemann Marc Anthony?

Lopez: Gütiger Himmel, nein! Alles gut bei uns, keine Angst. Es ist nur so, dass die Liebe ein extrem weites Feld ist. Ein Feld, das ich nie müde werde zu erforschen. Ich lerne gerne immer noch dazu, was die Liebe angeht.

Wie findet dein Mann denn das Fragezeichen? Er hätte doch sicher lieber ein Ausrufezeichen im Titel gesehen.

Lopez: Das hätte er, ich musste mir das zu Hause anhören. Ich habe Marc dann erklärt, dass er das nicht falsch verstehen dürfe, dass er keine Angst zu haben braucht, ich würde unsere Liebe hinterfragen. Denn zwischen uns steht in der Tat eher das kräftige Ausrufezeichen. Nur für mich als Künstlerin ist das langweilig. In meiner Musik lebe ich den Zweifel, das Instabile, sehr gerne aus und spiele damit.

Was hast du denn über die Liebe gelernt in den letzten Jahren?

Lopez: Oh, verdammt viel. Ich bin, wie so viele Mädchen, mit dieser Idee aufgewachsen, dass die Liebe wie im Märchen abläuft. Dass ich die Prinzessin bin und dass dann irgendwo der edle, schöne Prinz auf mich wartet. Diesen Glauben hatte ich noch als Teenager. Na ja, dann setzt allmählich die Realität ein, man verliebt sich, die Liebe hält nicht, man verliebt sich neu, wieder geht es kaputt, und so habe ich irgendwann erkannt, dass man die Liebe nicht geschenkt bekommt.

Aber man sich die Liebe doch nicht erkämpfen

Lopez: Erkämpfen nicht, aber erarbeiten. Ich bin vielleicht realistisch, weil ich in der Liebe nicht immer nur gute Erfahrungen gemacht habe. Für mich steht fest, dass man an Beziehungen arbeiten muss, wenn sie auf Dauer funktionieren und halten sollen. Wenn du verheiratet bist, Familie hast, dann ist das die wichtigste Sache in deinem Leben. Deshalb musst du sie pflegen. Nichts kann man für selbstverständlich nehmen.

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