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Cine-Lenz

Jetzt beginnt die Zeit nach „Harry Potter“

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Zehn Jahre sind seit „Harry Potter und der Stein der Weisen“ vergangen. Daniel Radcliffe, der Junge mit der runden Brille, war damals zwölf Jahre alt. Sieben Filme weiter ist aus dem präpubertären Knaben ein junger, reicher Mann geworden und aus „HP“ eine Goldgrube, die bislang fast viereinhalb Milliarden Dollar eingespielt hat.

Im Lauf der Jahre hat die Serie Gaststars des britischen Kinos angezogen wie Marmelade die Fliegen, auch Robert „Twilight“ Pattinson hatte hier einen ersten nennenswerten Auftritt. Alle Genres von Fantasy über Horror bis zur Teeniekomödie wurden dabei bedient.

Jetzt geht „Harry Potter“ zu Ende. Die Darsteller sind inzwischen ohnehin zu alt, um noch als Schüler durchzugehen. Zwei Fragen warten dabei auf Antwort: Was bleibt uns, den Zuschauern? Und was bleibt den Machern?

Uns bleiben zunächst einmal die diversen DVD-Editionen, die in den nächsten Jahren unweigerlich auf den Markt gespült werden: Director´s Cuts, Final Cuts, Ultimate Editions.

Daneben versucht Hollywood schon lange, Folgeserien zu entwickeln, die es wie „Potter“ vermögen, Jahr für Jahr garantierte Blockbuster-Einnahmen zu sichern. Mit den „Narnia“-Filmen gelang das nur bedingt, andere Versuche wie „Der Goldene Kompass“ oder „Eragon“ floppten bereits mit dem ersten Teil. Derzeit ist die anstehende zweiteilige „Hobbit“-Verfilmung, die an die „Herr der Ringe“-Hits anknüpfen will, die größte Hoffnung der Traumfabrik.

Und die Macher? TV-Regisseur David Yates, der die letzten vier Potter-Filme drehte, dürfte sich spätestens mit dem fulminant geratenen Finale in Hollywoods A-Liga hochinszeniert haben. Von den Darstellern werden wohl Emma „Hermine“ Watson und Rupert „Ron“ Grint die besten Chancen auf eine andauernde Schauspielkarriere besitzen: Schauspielerisch waren sie Daniel Radcliffe immer überlegen, erste interessante Independent-Filme sind schon gedreht.

Radcliffe dürfte es schwer haben: Er ist als „Harry“ aufgewachsen, und selbst wenn er nackt auf Theaterbühnen steht oder werbewirksam in Boulevardzeitungen von „Alkoholproblemen“ spricht: Sein braver Zauberlehrling ist auch der Geist, den er rief. Hoffen wir daher, dass er interessanten Rollen nicht im Wege steht.

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