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Joachim Hunold – Manager mit Mut zum Risiko

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Berlin – Air-Berlin-Chef Joachim Hunold (58) gilt als Mann, der sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Er brachte das Unternehmen im Mai 2006 an die Börse, obwohl der erste Anlauf gescheitert war. „Ich habe noch nie etwas gemacht, von dem ich nicht überzeugt war, dass es Hand und Fuß hat“, sagte er damals, auch wenn er mit dem Gang an den Kapitalmarkt neuen Aktionären Mitsprache gab und so seine dominierende Stellung im Konzern schwächte.

Gleichwohl überraschte der gebürtige Düsseldorfer die Märkte schon bald mit zwei Übernahmen, die er persönlich eingefädelt hatte. Der erste Coup gelang mit dem Inlandsflieger dba, ein Jahr später holte er die LTU ins Unternehmen und damit das bis dato fehlende Langstreckennetz. Bei LTU hatte Hunold in den 80er Jahren als Marketing- und Vertriebsdirektor gearbeitet.

Bei der ursprünglich amerikanischen Gesellschaft Air Berlin stieg Hunold 1991 ein und steht seitdem an der Spitze des Unternehmens. Seine Handschrift zeigt sich nicht nur geschäftlich: Im Bordmagazin kommentiert der bekennende Fan der Rolling Stones bissig politische Themen wie zum Beispiel Schwächen des Föderalismus. Lange Zeit hielt Hunold Betriebsräte aus seinem Konzern heraus. Dies änderte sich zwangsläufig mit dem Zukauf der neuen Töchter.

Erst vor wenigen Tagen wurde Hunold vom Verdacht befreit, vor der Übernahme der dba Insidergeschäfte betrieben zu haben. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart stellte das Ermittlungsverfahren gegen ihn und andere Führungskräfte ein. „Ich bin froh, dass das nun endlich ausgestanden ist“, sagte Hunold.

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