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Jon Voight: „Wir brauchen ein starkes Amerika“

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St. Paul. Die Filmstudios und Villen von Hollywood sind nicht gerade das, was man als Kern-Fanbasis der US-Republikaner bezeichnen könnte. Denn die Mehrheit der Showstars unterstützt Barack Obama. Oscar-Preisträger Jon Voight („Coming home“), dessen Tochter Angelina Jolie – die beiden haben ein gespaltenes Verhältnis – sich für Obama stark macht, lehnte einst den Vietnam-Krieg ab, doch wirbt heute unverdrossen auf dem Parteitag in St. Paul für John McCain. Der 69-Jährige, der in der neuen „24“-Folge einen Bösewicht spielen wird, stellte sich den Fragen unseres Korrespondenten Friedemann Diederichs.

Sie trommeln für John McCain – und nicht wie viele ihrer Kollegen für Obama. Warum?

Voight: Auch in Hollywood gibt es jede Menge Konservative. Ich bin für McCain, weil wir ein starkes Amerika brauchen. Und McCain hat immer wieder Charakterstärke bewiesen, während Barack Obama von zweifelhaften Charakteren umgeben ist.

An wen denken Sie da?

Voight: An den radikalen Prediger Jeremy Wright beispielsweise, der Amerika eine Mitschuld an 9/11 gegeben hat.

Aber warum ist dann Obama so beliebt – in Umfragen kommt er derzeit auf über 50 Prozent?

Voight: Die Demokraten haben es geschafft, ihm einen Gott-ähnlichen Status zu verleihen und dabei seine zahlreichen Unzulänglichkeiten zu überdecken.

Wie denken Sie über McCains Vize-Kandidatin Sarah Palin?

Voight: Sie hat deutlich mehr exekutive Erfahrung als Obama. Und sie kennt sich hervorragend im Energiesektor aus – ein Thema, das auch in Europa und Deutschland immer mehr Bedeutung erlangen wird durch die Krise mit Russland.

Es gibt aber deutliche Zweifel an ihrer Qualifikation, weil sie erst seit zwei Jahren als Gouverneurin arbeitet.

Voight: Das wird von der anderen Seite geschürt, die sie schlecht aussehen lassen will.

Schadet die Debatte um Palins schwangere Tochter der Partei?

Voight: Oh mein Gott! Kinder machen eben Fehler, wie sie Kinder machen. Vielleicht liebt das Mädchen ihren Freund ja sogar. Kann man dafür die Mutter haftbar machen? Wie alle Familien haben auch die Palins ihre Dramen. Ich drücke ihr jedenfalls die Daumen. Sie ist eine fantastische Politikerin.

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