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100 Jahre Schützenverein Mesum-Feld

Jubiläumsauftakt mit viel Stimmung und Gänsehaut-Gefühlen

wn

Rheine-Mesum. Die Schützenvereine mit der Pflege alter Traditionen und der Übernahme vielfältiger Aufgaben in der Gesellschaft sind heute immer noch "up to date", wie nicht nur Bürgermeisterin Angelika Kordfelder in ihrem Grußwort auf dem Kommers des Bürgerschützenvereins Mesum-Feld im festlich geschmückten, proppenvollen Zelt sagte. 700 Gäste hatte der Jubelverein zu seinem 100-jährigen Bestehen eingeladen und bot ihnen ein abwechslungsreiches Programm mit kurzen Reden, viel Musik und witziger Unterhaltung. Moderiert wurde es vom fernseherfahrenen Comedian Klaus Hermann, der früher einmal für einige Jahre im Feld wohnte : charmant, schlagfertig, kurzweilig und vor allem informativ-unterhaltend. Dass er zwischendurch zwei kleine Auftritte aus seinen früheren Programmen, aktuell aufgefrischt und mit ganz viel Lokalkolorit versehen, einstreute, war mehr als eine nette Zugabe und erinnerte an seine früheren legendären Büttauftritte im Mesumer Karneval. "Schützenvereine und das 21. Jahrhundert, das sind für mich keine Gegensätze. Wer in der Welt zu Hause sein will, muss auch einen Platz haben, wo er daheim ist," sagte Bürgermeisterin Kordfelder. Diese Heimat vermitteln nach ihrer Überzeugung die Schützen, die eine enge Verbundenheit zwischen Wohnort und Menschen schaffen, die einen Ort lebendig halten, die Bürgerbewusstsein praktizieren und das Ehrenamt pflegen. Das betonte auch VMV-Vorsitzender Alfred Prus, der das von den Schützen schön geschmückte Dorf einfach "Spitze!" fand und dafür die vorbildliche Gemeinschaft von Alt und Jung lobte. Mit Jubel empfangen wurde der ehemalige Pfarrer Franz Heitmann, der sich gern an seine erste Begegnung mit Mesum vor 30 Jahren erinnerte. Da seien ihm gleich einige Schützen begegnet und daraus sei eine tiefe Verbundenheit mit vielen freundschaftlichen Begegnungen entstanden. Er hob die Bedeutung der Schützen hervor: "Ihre Feste sind für einen Ort von hohem Wert, weil sie die Menschen verbinden." Wie er war auch Josef Wilp an diesem Abend bei seiner Ansprache sichtlich bewegt. Verständlich, war es doch sein offiziell letztes Auftreten als Landtagsabgeordneter. Er dankte "für die unheimlich viele ehrenamtliche Arbeit, die Mesum lebenswert macht". Sichtbar käme das in schön geschmückten Straßen zum Jubiläum als Zeichen für eine intakte Gemeinschaft mit starkem Zusammenhalt zum Ausdruck. Es war ein bewegender Abschied für ihn, für den es zum Schluss stehende Ovationen gab. "Wir sind in unserem Wohnzimmer angekommen," sagte nach dem festlichen Aufzug zu Beginn mit zwei Spielmannszügen, Kaisern und Königen und Vorstandsmitgliedern mit Damen Oberst Peter Brockmann. Zum festlichen Wohnzimmerrahmen trugen auch die Vorstandsdamen bei, die ein Ehrenbanner zum Jubelfest an die Vereinsfahne hefteten. "Dieses Geschenk möge weiterhin Antrieb sein für ein Nie-Nachlassen der Begeisterung für unser Schützenwesen," sagten dazu Mechthild Thalmann und Sabine Henke. Vorsitzender Arnold Thalmann und sein Festausschussvorsitzender Albert Sievers atmeten angesichts dieser gelungen Auftaktveranstaltung zum großen Vereinsjubiläum sichtlich auf. Nach fünf Jahren der Vorarbeit präsentiere sich alles perfekt: "Der Verein lebt," konnten beide zufrieden festhalten. Unter den Gästen waren Abordnungen von 32 Schützenvereine aus der Stadt und Region, Vertreter aller Mesumer Vereine und die Mesumer Feuerwehrkapelle. Die sorgte in ganz großer Besetzung für das musikalische Zwischenspiel. Im Show-Teil überzeugten die "Ems-Highländer" mit feinen Klängen aus dem fernen Schottland. Die Musiker kamen jedoch mit ihren "pipes and drums" aus dem nahen Emsdetten und bekamen Riesenbeifall. Dagegen war danach ein "Schütze aus Cloppenburg" nur sehr begrenzt unterhaltsam-witzig. Da freute sich die Festversammlung weit mehr über die herzliche Begegnung und gute, nachbarliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Mesumer Schützenvereinen. Christoph Kösters hatte als Festgeschenk ein geschmücktes Dorf mitgebracht. Man habe "sogar zweimal geschmückt", lobte Arnold Thalmann seinen Kollegen. Denn die Müllabfuhr hatte Tage zuvor einen Teil der Fähnchen im Dorf abgerissen. Dazu witzelte Klaus Hermann ganz spontan: "Die Dorfschützen haben nun dafür ein neues Feindbild: die städtische Müllabfuhr." Eingeschoben ins Programm wurde die Ehrung verdienter Kaiser, Könige und Mitglieder. Viel Beifall bekam dabei Werner Mess für 60- und Gerhard Quotschalla, Erich Rauhs, Otto Rauß und Willi Schulte für 50-jährige Vereinstreue. Geehrt wurden ferner Reinhold Bruning, Ludger Helming, Hugo Remke, Franz-Josef Rauß und Benno Thimm für 40 und Norbert Bytomski, Peter Ehlting, Norbert Feldhoff, Laurenz Feldkämper, Thomas Holthaus, Rainer Kamp, Thomas Laumann, Paul Lubich, Josef Niehues, Martin Rauhs, Ralf Schmitz, Werner Scholz, Udo Segbart, Dieter Siemon, Jürgen Skowronek, Michael Thalmann, Karsten Theißing, Uwe Upmann, Josef Wilp und Wilfried Winter für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit. Eli Peters gehört zehn Jahre zum Spielmannszug. Der Festabend endete jedoch mit einem fulminanten Höhepunkt. Auf dem nahegelegenen Stadion führten Spielmannszug und Feuerwehrkapelle den "Großen Zapfenstreich", kommandiert von Oberst Peter Brockmann auf. Das Großereignis lockte viele hundert Zuschauer, endete mit der Nationalhymne und hinterließ ganz viel Gänsehaut-Gefühl. Als krönenden Abschluss setzten die Feldschützen dann noch ein prächtig-farbiges Feuerwerkspektakel oben drauf.

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