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Ahlener SG

Jurecki - der kleine, aber feine Unterschied

Niklas Groß

Ahlen - „Das ist unglaublich. Die gewinnen jedes Spiel. Und oft so knapp wie heute“, war Jiri Hynek der Verzweiflung nahe und wollte das Erlebte nicht so recht fassen. Seine Farben waren soeben dem TuS N-Lübbecke mit 24:27 unterlegen - nach großem Kampf, starker Leistung und zwischenzeitlicher Aufholjagd. Sein Trainer Jens Pfänder hatte gleich eine mögliche Erklärung parat: „Einen Jurecki? Den kann man gar nicht in den Griff bekommen.“ Ob Hynek das ein wenig beruhigen konnte, bleibt fraglich. Geklärt wäre damit aber, wer am Samstagabend wie schon im Hinspiel den Ausschlag gebenden Unterschied machte zwischen den beiden Teams. Denn selbst grippegeschwächt hatte der polnische WM-Teilnehmer noch immer genug Luft, um die entscheidenden Nadelstiche gegen die heimische Sieben zu setzen, schraubte sich nach Lust und Laune in die Höhe und netzte letztlich siebenmal ein. „Auf Jurecki noch einmal extra zu reagieren, war kaum möglich, weil wir unbedingt kompakt stehen wollten“, beschreibt Karsten Ganschow die Schwierigkeit des Unterfangens, dem Gäste-Team defensiv Effektives entgegenzusetzen. Das allerdings gelang der ASG über weite Strecken des Spiels doch äußerst gut, wodurch sich Pfänders Jungs bis in die Schlussminuten in der Partie hielten.

Die ASG begann in der Offensive mit Andrej Siniak auf Rückraum-Mitte, flankiert vom Halblinken Thomas Lammers und Karsten Ganschow auf Halbrechts. Kropp war erste Wahl am Kreis und rechtfertigte seinen Einsatz von Anpfiff an, indem er selbst den hochgelobten Innenblock der Gäste vor Probleme stellte. Durchaus folgerichtig war demnach der 6:6-Ausgleich nach 14 Minuten, Kropps vierter Treffer. Die ASG blieb dem Spitzenreiter zunächst auf den Fersen, verabschiedete sich dann allerdings zu früh in die Halbzeitpause und kam auch zu spät aus selbiger. „Die wohl spielentscheidende Phase“, so Jens Pfänder im Nachhinein über die Minuten 25 bis 35, in denen die Gäste von 12:10 auf 17:10 davonzogen. Doch die ASG gab sich keineswegs geschlagen, war gute zehn Minuten vor dem Ende wieder auf drei Tore dran (18:21).

Stochl und Co. rechtfertigten auch in der Folge ihren Ruf, eine der besten Defensivabteilungen der Liga zu stellen, in der Vorwärtsbewegung aber hakte es bei den Hallenherren jetzt an den entscheidenden Stellen: Bertow konnte einen Siebenmeter nicht zum 19:21 nutzen, Kropp setzte wenig später einen scheinbar schon vollendeten Tempogegenstoß neben das Tor. Für eine Führung hatte es somit im gesamten Spiel nicht ein einziges Mal gelangt.

Eine Statistik, die zu wenig aussagt über den guten Auftritt der ASG, aber eben auch zu belastend ist für die Pfänder-Jungs, um letztlich Zählbares mit aus der Halle zu nehmen.

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