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Kampf der Superhirne

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Komische Abkürzungen sind das: „1.d4 d5; 2.c4 c6; 3.Sc3 Sf6...“ – alles klar? Mit Rechnen oder Geometrie hat das nichts zu tun. Das sind Spielzüge aus einer ganz besonderen Schachpartie. Dem ersten Spiel der Schachweltmeisterschaft, die zurzeit in der Stadt Bonn läuft.

An den Seiten eines Schachbretts sind in der Regel Zahlen und Buchstaben aufgeschrieben. Und mit denen kann man beschreiben, wie die Figuren gezogen wurden und wie das Spiel gelaufen ist. Das ist ein bisschen so wie beim Spiel Schiffe-Versenken. Der Zug „1.d4 d5“ heißt, dass der Spieler mit einem weißen Bauern vom Feld „d4“ auf das Feld „d5“ vorrückte. Das hat Wladimir Kramnik aus Russland ziemlich am Anfang des ersten WM-Spiels gemacht. Und ihm saß Viswanathan Anand aus Indien in Asien gegenüber.

Der Inder ist der Titelverteidiger. Und der Russe will ihn bei der WM besiegen und neuer Champion werden. Beide haben gesagt, dass sie sich einen harten Kampf liefern wollen. Nach etwa drei Stunden merkten sie bei der ersten Partie, dass sie wohl nicht mehr gewinnen konnten. Nach 32 Zügen trafen sich ihre Blicke, und sie reichten sich die Hände. Das Spiel endete Remis (gesprochen: Remi), also mit einem Unentschieden.

Das zweite Spiel dauerte noch länger. Fast vier Stunden saßen sich die beiden Schach-Großmeister gegenüber. Und wieder ging es unentschieden aus. „Ich habe alles versucht, aber mehr war aus der Partie nicht herauszuholen“, sagte Kramnik.

Gestern hatten Anand und Kramnik einen Ruhetag. Da haben sie mit ihren Helfern die Taktik für das dritte Spiel besprochen, das heute ansteht. Insgesamt sind zwölf Spiele geplant – die WM geht voraussichtlich bis Ende Oktober. (dpa/kus)

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