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Karmann: Kartellamt lehnt Magna endgültig ab

Jürgen Stilling

Osnabrück - Jetzt ist es offiziell: Das Bundeskartellamt hat dem Autozulieferer Magna am Mittwoch untersagt, die Dach­sparte des insolventen Osnabrücker Autobauers Karmann zu übernehmen. Die Entscheidung hatte sich, wie berichtet, zuvor bereits abgezeichnet. In der Dachsparte arbeiten in Osnabrück 350 Mitarbeiter, weitere 350 sind am polnischen Standort Zary beschäftigt.

Das Kartellamt begründete seine Untersagung mit der geringen Zahl von Anbietern auf dem Markt für Cabrio-Dachsysteme. Neben Karmann böten europaweit lediglich die Unternehmen Magna und Webasto/Edscha solche Systeme an - und das bei einem Gesamtvolumen des europaweiten Markts von 600 Millionen . Importe von Dachsystemen aus Asien oder USA fänden nicht statt, erklärte das Kartellamt.

Hartmut Riemann, Geschäftsführer der IG Metall Osnabrück, reagierte mit Unverständnis auf das Votum der Kartellhüter: „Die Entscheidung ist verantwortungslos.“ Er warf den Beamten der Behörde vor, „die eingegangenen Stellungnahmen nach dem vorläufigen Ablehnungsbescheid nicht ordentlich geprüft zu haben“, und begründet diese Kritik damit, dass die Frist von einer Woche zu kurz gewesen sei, um die Eingaben der IG Metall und des niedersächsischen Landeskartellamts sorgfältig zu prüfen. Riemann sieht nur geringe Chancen, dass der Beschluss noch durch den Wirtschaftsminister gestoppt wird. Aus Sicht der IG Metall bestehe aber noch Hoffnung, so Riemann. Der Insolvenzverwalter müsse jetzt dafür sorgen, dass die Karmann-Kunden BMW, Daimler und Renault an neuen Lösungen mitarbeiten.

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff hat das Nein des Kartellamtes kritisiert. „Damit ist den Arbeitnehmern die nachweislich beste Perspektive genommen worden“, sagte Wulff.

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