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Karneval im Kreis Coesfeld

Karthäuser Karneval: Beichten per USB-Stick

Dülmen. Männer mit schulterlangen Haaren, runden Sonnenbrillen, Stirnbändern oder in rockiger Lederkleidung, die Frauen in langen Gewändern oder Jeans, mit Peace-Kettchen und Blumenkränzen in den Haaren: In diesem Flower-Power-Outfit sorgten die perfekt verkleideten Gäste für das passende Ambiente bei der Karnevalsfeier der Karthäuser und des Kirchenchores St. Jakobus...

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Dülmen. Männer mit schulterlangen Haaren, runden Sonnenbrillen, Stirnbändern oder in rockiger Lederkleidung, die Frauen in langen Gewändern oder Jeans, mit Peace-Kettchen und Blumenkränzen in den Haaren: In diesen Flower-Power-Outfits sorgten die perfekt verkleideten Gäste für das passende Ambiente bei der Karnevalsfeier der Karthäuser und des Kirchenchores St. Jakobus. So stand der Samstagabend im Pfarrheim unter dem Motto „Feiern wie vor 50 Jahren“. Bei bester Stimmung wurde zur stilechten Musik der damaligen Hippiezeit getanzt, viel gelacht und natürlich die eine oder andere Story aus der Blumenkinder-Epoche erzählt. Man fühlte sich wirklich in die schrillen 60er-Jahre zurückversetzt. „Wenn jetzt die Tür aufginge und Jimi Hendrix, Janis Joplin und Peter Fonda herein kämen, würde es mich gar nicht wundern“, bemerkte eine auf das damalige Fotomodell und Groupie Uschi Obermaier getrimmte Besucherin. Im Schatten von St. Jakobus wurde aber nicht nur in der Vergangenheit geschwelgt. Karnevalistische Ausflüge zu brandaktuellen Themen trugen ebenfalls zur Heiterkeit der Narren bei. So führte der Karthäuser-Vorsitzende Markus Bagert in der Rolle der Pfarrsekretärin Petra Hagemann zusammen mit seiner Frau Annette einen Sketch über die Dülmener Pfarrgemeinde im Jahr 2020 auf. „Hier ist das katholische Pfarramt St. Jakobus Karthaus, St. Antonius Merfeld, St. Viktor, Heilig Kreuz, Maria Königin und St. Joseph Dülmen, St. Michael Rödder, St. Mauritius Hausdülmen, St. Agatha Rorup, Kloster Hamicolt, St. Pankratius Buldern und St. Georg Hiddingsel, guten Tag, Sie wünschen?“ Die Anruferin wollte sich für eine Hochzeit und eine Taufe anmelden, den Pfarrer sprechen, dessen Wohnort wissen und zur Beichte gehen. Nur leider feierte der Pfarrer gerade sein 80-jähriges Dienstjubiläum, das Bistum hat ihm einen Tag frei gegeben. Zudem pendelt er im Wohnmobil zwischen den Gemeinden. „Außerdem empfehle ich Ihnen keine separate Trauung und Taufe, sondern eine kostengünstigere, so genannte Traufe“, war die Antwort der Sekretärin. Nächster Termin wäre in sechs Monaten. Und die Beichte? „Die sprechen Sie bitte auf einen MP3-Player. Überspielen Sie ihre Sünden auf einen USB-Stick, den Sie dann dem Pfarrer schicken. In ein paar Wochen, wenn er mal wieder auf der Karthaus ist, wird der Pfarrer dem vorliegenden USB-Stick die Absolution erteilen. Alles klar?“

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