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Karneval im Kreis Warendorf

Kaserne mit Ballons „getarnt“

wn

Ahlen. Da schlug für den „Chefkarnevalisten“ Carlo Wilk der Blitz ein, als ihm aus der schwerbefestigten „Westfalen-Kaserne“ ein lautstarkes „Alaaf“ entgegenschallte. „Das müsst ihr noch lernen. Es heißt hier ,Ahlensia Helau‘“, klärte Wilk jene offenbar aus dem Rheinland stammenden Soldaten auf. Für das Sanitätsregiment war der Kasernensturm gestern Nachmittag eine Premiere. Nach dem Abzug der Panzergrenadiere musste das Ereignis im Vorjahr ausfallen.

Mit 250 Soldaten unter Führung des Regimentskommandeurs Oberstleutnant Dr. Norbert Hanhart und seines Chefs der ersten Kompanie, Major Holger Seefeld, hatte sich das Regiment auf den Sturm der Narren vorbereitet. Das Tor war von einigen im Rheinland aufgewachsenen Soldaten mit einer selbstgebauten Mauer befestigt. Selbst die Übergabeaufforderung durch den Stadtprinzen Klaus I. und dem Kinderprinzenpaar wurde abgewiesen. Mit dem Auftritt der Garde aber begann die Mauer zu wanken, bis ihr die Sturmtruppe des „Ahlener Carneval-Clubs“ (ACC) mit einem Rammbock den Rest gab. „Bei der Verteidigung ist der Kasernenschlüssel leider gebrochen“, kapitulierte der Regimentskommandeur. Die Tollitäten bestiegen die mit bunten Ballons und Luftschlangen „getarnten“ Fahrzeuge, das „Fußvolk“ hingegen lief – und los ging es in die geschmückte Ausbildungshalle.

„Das ist ja unglaublich, was ihr hier gemacht habt“, staunte Wilk angesichts der mit Licht, Bühne und jeder Menge Karnevalsdekoration ausstaffierten Halle. So schön dekoriert wünsche er sich manch andere Festhalle, erklärte der BAS-Boss. Oberfeldarzt Dr. Hanhart setzte noch eins drauf und präsentierte dem Sieger des Kasernensturms das extra angefertigte BAS-Wappen.

Dann übernahmen die Tanzgruppen die Bühne, bis schließlich Carlo Wilk den führenden Offizieren, Oberfeldarzt Dr. Hanhart und Major Seefeld, die Ordensverleihung ankündigte. „Das ist toll, dass ich für meine erste Niederlage auch noch einen Orden bekomme“, freute sich der Kommandeur, als er zunächst aus der Hand des Kinderprinzenpaars und dann von Klaus I. den Sessionsorden bekam. Das fälschliche „Alaaf“ hatte Wilk noch nicht vergessen und ließ seine Karnevalisten mit den inzwischen verbrüderten Soldaten das Schunkeln üben. „Das geht ja schon toll, im nächsten Jahr seid ihr noch besser“, lobte er. „Das ist klasse, sowas hatten wir in Hamm nicht“, staunte Oberfeldwebel Patrick Paßmann. Für ihn und seine Kameraden ein gelungener Auftakt in „Ahlensia“.

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