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Lenz-Musik

Kate Nash: Vorsicht, Feministin!

wn

Rapper sind darauf abonniert. Und kernige Rockbands auch. Aber die süße Kate Nash? Da prangt doch tatsächlich ein „Parental Advisory“-Sticker auf dem neuen Album „My Best Friend Is You“, das heute erscheint. Wird die niedliche Engländerin plötzlich ausfallend? Rotzig? Dirty?

Keine Angst: Effekthascherei ist nicht angesagt bei der 22-jährigen Londonerin. Vielmehr sagt sie einfach das, was Mädels in ihrem Alter aufregt und bewegt. Und das sind in erster Linie Jungs, die es nicht auf die Kette bekommen. Und gerne auch das Weltgeschehen. Genauer genommen schreit Kate ihre Wut sogar heraus, dass man sie vor Heiserkeit warnen möchte. Schließlich könnte sich das bei ihren übrigen Uptempo-Songs auswirken. Und das wäre wirklich schade drum.

Wunderbar einfühlsam und mädchenhaft, neckisch und manchmal natürlich auch zickig kommen die Songs daher. In ihrer Struktur sind sie angenehm handgemacht - mit einer Prise Glockenspiel hier und einem Background-Chor dort. „Frühlingspicknick-­Mucke“ könnte man da vermuten. Tatsächlich hat Kate aber noch mehr auf dem Kasten - und bestätigt, dass sie zu recht mit ihrem Debüt „Made Of Bricks“ vor knapp drei Jahren so viele Fans um sich geschart hat. Sie spricht ihnen aus der Seele, ist authentisch. Und sie ist naturgemäß reifer als bei ihrem Debüt. Erfahrungen haben sie geprägt - im Guten wie im Bösen.

Im August 2008 war ich ganz schön ausgebrannt. Ich musste mir erst mal ein Jahr frei nehmen.

Vielleicht auch deswegen gibt sie unumwunden zu, dass sie der Trubel in der Öffentlichkeit geschafft hat: „Im August 2008 war ich ganz schön ausgebrannt. Ich musste mir erst mal ein Jahr frei nehmen.“ Frei? Das bedeutete für Kate, sich zu engagieren - in der Featured Artists Coalition, die sich für die Rechte von Musikern gegenüber der Plattenindustrie einsetzt. Und für die V-Day-Bewegung, eine internationale Initiative gegen Missbrauch. Sie sei eine Feministin, sagt Kate über sich selbst - und auch, dass sie es genieße, wie die Mädels in den ersten Konzertreihen sie ansähen. Wie eine von ihnen eben. „Das ist cool!“

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