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Käufer schauen genauer hin

Jürgen Stilling

Münster/Frankfurt. Deutschlands Verbraucher schauen beim Kauf von Lebensmitteln immer genauer hin: Sie möchten wissen, was in den angebotenen Speisen und Getränken steckt. Im Fokus vieler Käufer stehen deshalb häufig die Nährwertangaben auf den Verpackungen. Jeder zweite Deutsche achtet heute öfter auf die Nähwertangaben als noch vor zwei Jahren. Das ist das Ergebnis einer Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen in Frankfurt.

Allerdings werden die Angaben auf Flaschen und Verpackungen häufig nicht vollständig verstanden. Über die Hälfte (51 Prozent) der befragten Konsumenten gaben an, die Nährwertangaben nur teilweise zu durchschauen. Fünf Prozent wissen gar nicht, was die abgedruckten Werte bedeuten. „Vor allem komplizierte Kürzel für Zusatzstoffe werden nicht verstanden“, sagte Nielsen-Sprecherin Marie-Luise Sebralla im Gespräch mit unsrer Zeitung.

Besonders achten die Lebensmittelkäufer auf Fett, Zucker und Kalorien. Nur zehn Prozent der Kunden vernachlässigen die Angaben völlig. Von den anderen 90 Prozent prüft fast jeder Zweite (46 Prozent) bei jedem Einkauf den Fettanteil. 43 Prozent interessieren sich für die Zuckermenge, und 40 Prozent achten auf die Kalorien des Produkts. Besonders starke Beachtung finden die Nährwert-Angaben bei speziellen und neuen Produkten.

Das Interesse an den Bestandteilen der Nahrungsmittel unterscheidet sich laut Nielsen im internationalen Vergleich enorm: Besonders wissbegierig sind bei ihren Shopping-Touren die US-Amerikaner, gefolgt von Europäern und Asiaten. Während in Deutschland das Interesse der Verbraucher im europäischen Mittelfeld liegt, lesen viele Franzosen die Nährwert-Informationen nie. Noch weniger Interesse zeigen die Japaner an den Verpackungsaufdrucken. Doch in Japan und Frankreich ist die Zahl der Übergewichtigen weltweit am geringsten. Grund: In diesen Ländern wird viel Frisches, Unverpacktes gekauft.

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