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Reste vom Vortag

Kaufhof bleibt am Ball

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Essen/Frankfurt - Kaufhof gibt nicht auf: Der Handelskonzern Metro mit seiner Tochter Kaufhof macht im Kampf um den insolventen Konkurrenten Karstadt offenbar einen neuen Anlauf. „Eine gute Lösung ist der Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt“, sagte Konzernchef Eckhard Cordes der „Welt“. „Irgendwann wird es zu einem Zusammenschluss kommen, wann und unter welchen Umständen auch immer“, zeigte Cordes sich zuversichtlich, bei dem Essener Konkurrenten doch zumindest bei einzelnen Häusern noch zum Zuge zu kommen. Schon vor der Insolvenz hatte Metro ohne Erfolg versucht, sich Karstadt-Standorte für Kaufhof zu sichern.

Die Suche nach einer Lösung für Karstadt dauert indes weiter an. Eine endgültige Einigung ist nicht in Sicht. Obwohl immer neue Termine gesetzt werden, können oder wollen sich die Beteiligten noch nicht abschließend einigen. Heute könnte das Gericht grünes Licht für eine weitere Runde des Dramas geben.

„Das hat es so noch nicht gegeben“, ist sich der Sprecher des Essener Amtsgerichts, Gerd Richter, sicher. Zum vierten Mal könnte die Justizbehörde einer weiteren Verlängerung in dem Mammut-Verfahren um die Zukunft der Essener Warenhauskette zustimmen. Immer neue Hindernisse mussten auf dem Weg zur Rettung des Unternehmens mit 120 Warenhausstandorten und 25 000 Beschäftigten aus dem Weg geräumt werden. Nun könnte es nach Einschätzung von Beobachtern vielleicht erst Anfang September zu einer endgültigen Einigung in dem Dauerstreit kommen. Sicher kann sich da natürlich niemand sein.

Drei Richter und vier Rechtspfleger kämpften sich am Essener Amtsgericht seit Monaten durch Aktenberge im „100-Seiten-Format“, hieß es.

Denn eine Lösung ist nicht erkennbar: Auch nach der Unterschrift des in einem Bieterrennen gekürten Investors Nicolas Berggruen unter den Kaufvertrag wurde schnell klar, dass es bis zu einer abschließenden Einigung noch ein sehr langer Weg ist. Die von Berggruen geforderten Mietsenkungen erwiesen sich als keineswegs einfach durchzusetzen. Vor allem weil der Gläubiger Valovis-Bank eine Einigung mit dem Vermieter Highstreet blockiert.

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