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Keimzelle des Kirchdorfs

Ansgar Kreuz

Havixbeck - Ganz praktisch dienen Straßennamen zur Unterscheidung der vielen Straßen, Wege und Plätze eines Ortes voneinander. Doch was steht in Havixbeck hinter diesen Bezeichnungen? Eine Auswahl von Straßen und deren Namen stellt unsere Zeitung gemeinsam mit Friedhelm Brockhausen, Vorsitzender des Heimatvereins Havixbeck, in loser Reihe vor. Heute: Der Potthoff und die Bergstraße.

Direkt im Ortskern, etwas versteckt hinter den Giebelhäusern entlang der Altenberger Straße liegt der „Potthoff“. Wo sich schmale Wege durch eine kleine Parkanlage mit dichtem Strauchbestand und einem künstlichen, seit einiger Zeit trockengefallenen Teich schlängeln, lag einst mit dem Hof Schulze Havixbeck die Keimzelle des Kirchortes Havixbeck. „Vieles spricht dafür, dass dieser Hof einer von vielen Königshöfen gewesen ist, die die Franken im neunten Jahrhundert entlang ihrer Heerstraßen in Besitz genommen hatten. Im Jahr 1040 hat der Kaiser dem Stift Überwasser in Münster diesen Hof als Gründungsgabe geschenkt“, berichtet Friedhelm Brockhausen.

Die Zufahrt zum Hof erfolgte über die Altenberger Straße und die heutige Bergstraße. Nach Süden, zur Altenberger Straße hin, lagen die Hofgärten. „Daher stammt auch der Name Potthoff“, erklärt Friedhelm Brockhausen die Benennung dieses Bereichs. Nach Westen, zur Anhöhe des Blicks hin, standen neben dem heutigen Heimathaus Sudhues vier weitere gleichartige Häuser. „Deren Toreinfahrten zeigten zum Schultenhof, so dass man annehmen kann, dass sie zum Schultenhof gehörige Heuerlingshäuser waren“, so der Vorsitzende des Heimatvereins weiter. Der Hof Schulze Havixbeck wurde nach einem Brand 1734 an die heutige Stelle außerhalb des Ortskerns an der Altenberger Straße verlegt.

In Nachbarschaft des Potthoffs liegt die „Bergstraße“, die die Hauptstraße und die Altenberger Straße verbindet. „Im Volksmund wird noch heute diese Straße als Buckstiege bezeichnet, da hier der Gemeindebock untergestellt war“, weist Friedhelm Brockhausen auf die frühere Verpflichtung der Gemeinde hin, den Züchtern zur Vermeidung von Inzucht jährlich eine neuen Bock zu stellen. Die Bronzeplastik eines Ziegenbocks in der Parkanlage im Potthoff erinnert an diese Tradition.

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