1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Kein Investor: Insolvente „Corona“ nicht zu retten

  6. >

Ahlener Polstermöbelhersteller

Kein Investor: Insolvente „Corona“ nicht zu retten

Ulrich Gösmann

Ahlen - „Corona Intercor“ ist nicht mehr zu retten. „Alle Versuche, einen Investor zu finden, sind gescheitert“, zieht Insolvenzverwalter Dr. Frank M. Welsch am Donnerstagmorgen einen Schlussstrich unter die mit letzten Hoffnungen behaftete Verhandlungen, die am Mittwochabend ergebnislos endeten. Und nun? „Ende Oktober ist Schluss. Dann wird der Laden erst einmal dichtgemacht.“

Welsch bedauert, neben einem neuen Gesellschafter auch niemanden gefunden zu haben, der in der Lage gewesen wäre, Leder- und Polstermöbel für das zahlungsunfähige Unternehmen im Industriegebiet Ost zu fertigen. „Die kommen alle mit dem Herstellungspreis nicht klar.“ Inzwischen habe auch der rumänische Produzent, der zuletzt für „Corona“ arbeitete, Insolvenzantrag gestellt. Was er von dort bisher gehört habe, sei alles äußerst dubios.

Möglicherweise könne es Übersetzungsprobleme gegeben haben. Wenn aber stimme, was in den letzten Stunden an Informationen herübergekommen sei, dann hätte der Spediteur Sofas einfach an den Straßenrand gestellt. Das sei aber „absolut hirnrissig“. Welsch will sich nicht länger auf fernmündliche Faktenübermittlungen verlassen: „Da muss jetzt einer runter und selbst sehen, was Sache ist.“ Immerhin sollen sich noch über 300 Polstergarnituren in Rumänien befinden, über deren Verbleib im Moment niemand Genaueres wisse.

Der Rechtsanwalt wird jetzt sein Gutachten erstellen und dem zuständigen Amtsgericht in Münster übergeben. Nächster Schritt wäre dann - sollte nicht doch noch Überraschendes passieren - die Insolvenzeröffnung. Parallel werden Fachverbände und Auftraggeber informiert, dass mit „Corona“ nicht mehr zu rechnen sei, wie der Jurist sagt. Von der Pleite sind 20 Mitarbeiter betroffen.

Startseite