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Eigenwerbung auf Ortsschildern

Kein Platz für „Schnellschüsse“

Wolfgang Schemann

Münster - „Für Münster ist das sehr interessant“, sagt der städtische Pressesprecher Joachim Schiek. Deshalb gehe er auch davon aus, dass die Stadt von der neu geschaffenen Möglichkeit Gebrauch machen wird, auf den Ortsschildern eine zusätzliche Botschaft unterzubringen. Allerdings gebe es keine Eile, betont Joachim Schiek. Und man solle sich die Sache auf jeden Fall gründlich überlegen. Denn auf das Schild gehöre nur ein Zusatz, der die Identität der Stadt beschreibt - und nichts, was schon nach ein paar Jahren überholt ist. Das meint im Übrigen auch der Landtag. Dort wurde die Erwartung geäußert, dass die Zusatzbezeichnungen langfristig ausgerichtet und möglichst das Ergebnis einer Leitbild-Diskussion sein sollten. In Münster, so Schiek, habe dieser Leitbild-Prozess bereits stattgefunden. Und dabei sind, wie Marketing-Chefin Bernadette Spinnen betont, vor allem zwei Bereiche herausgearbeitet worden: Münster verstehe sich einerseits als Stadt des Westfälischen Friedens und andererseits als Stadt der Wissenschaft und Lebensart. Insofern liege es nahe, in diesen Bereichen nach Attributen zu suchen: Friedensstadt, Hochschulstadt, Lebensart-Metropole? Bernadette Spinnen hält allerdings nichts von „Schnellschüssen“. Vielmehr mache es womöglich Sinn, zunächst ein Gesamtkonzept zu entwickeln, „wie wir das Image der Stadt im öffentlichen Raum platzieren“. Und noch aus einem anderen Grund könne das Warten sinnvoll sein, meint Bernadette Spinnen: „Weil jetzt vermutlich viele Städte mit allerhand abenteuerlichen Sprüchen aufwarten.“ Vielleicht, so ergänzt sie schmunzelnd, könne Münster sogar ein Alleinstellungsmerkmal gewinnen, wenn man auf solche Schilder-Sprüche verzichtet . . . Schiek geht davon aus, dass die Verwaltung den Ratsgremien zu gegebener Zeit Vorschläge unterbreitet. Am Geld müsse die Realisierung dann auch in Konsolidierungszeiten nicht scheitern, meint der Stadtsprecher. Er beziffert die Kosten pro Schild einschließlich Montage mit „230 bis 250 Euro“.

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