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USC Münster

Kein Platz für USC-Duo

Wilfried Sprenger

Münster - Seit einem Jahr etwa spielen Teresa Mersmann (20) und Cinja Tillmann (18) gemeinsam Beachvolleyball. Das junge Duo hat Talent und schon manches etablierte Team das Fürchten gelehrt. Erst am Sonntag gewannen sie ein A-Plus-Turnier der NRW-Serie in Bottrop. Zuvor hatten sie bereits auf der smart beach tour, der bedeutendsten nationalen Serie, auf sich aufmerksam gemacht. In Frankfurt waren die Spielerinnen vom USC Münster auf Rang neun und später auf Norderney sogar auf Platz fünf gestürmt. Prima Erfolge - und doch ist die Stimmung im kleinen Team derzeit getrübt. Denn im Feld für die smart-Beach-Konkurrenz am Wochenende in Hamburg fanden Mersmann und Tillmann keine Berücksichtigung. „Das ist ärgerlich, enttäuschend und auch ein bisschen unverständlich“, sagt Teresa Mersmann, die U-20-Nationalspielerin.

Anders als auf vielen anderen Turnieren wird in Hamburg keine Qualifikation gespielt. „Das schaffen wir zeitlich nicht, wir haben dort nur drei Plätze. Allerdings wurde das Hauptfeld von zwölf auf 16 Teams aufgestockt“, erklärt Frank Streißle, Leiter des Beach-Büros beim Deutschen Volleyball-Verband. Als aktuelle 15. der deutschen Rangliste wären die Münsteranerinnen somit noch ins Feld gerutscht. Und erst jetzt wird die Sache ärgerlich für das USC-Team. Denn die Plätze 15 und 16 wurden über Wild Cards an zwei ausländische Mannschaften vergeben: Mooren/Wiltens kommen aus den Niederlanden nach Hamburg, Salgado/Salgado Solberg haben einen brasilianischen Pass. „Das sind richtig gute Teams. Durch sie erhält das Turnier einen internationalen Anstrich und erfährt zudem eine Qualitätssteigerung. Das ist wichtig für Sponsoren und Medien. Irgendwann werden auch Spielerinnen wie Teresa Mersmann und Cinja Tillmann davon profitieren“, meint Reißle.

Teresa Mersmann kann den Äußerungen des DVV-Mannes nur bedingt folgen. „Auch andernorts gibt es nur drei Courts. Und dort wird trotzdem eine Qualifikation angeboten. Und dass die Niederländerinnen so gut sein sollen - ach, ich weiß nicht, wir würden sehr gern mal gegen sie spielen und wären gewiss nicht chancenlos.“

Statt in Hamburg werden die Münsteranerinnen nun am Wochenende ein A-Plus-Turnier in Dresden spielen. Im Siegfall erhalten sie ein Preisgeld in Höhe von 375 Euro und 30 Ranglisten-Punkte. 30 Zähler brachte ihnen auch der jüngste Erfolg in Bottrop ein. Er wird sie noch in dieser Woche auf Rang 13 der nationalen Rangliste spülen. Für das Turnier in Hamburg kam die Verbesserung zu spät. „Da waren die Einladungen an die Spielerinnen längst verschickt“, erklärte Funktionär Streißle gestern.

Eine kleine Hoffnung bleibt den Münsteranerinnen allerdings noch: Sollte eines der gesetzten Teams absagen, wären sie als erster Nachrücker im Feld. Und wenn nicht? Dann kehren Mersmann und Tillmann in Münster auf die smart tour zurück. In weniger als zwei Wochen wird auf dem Hindenburgplatz im Sand gebaggert.

» Ganz ohne münsterische Beteiligung wird in Hamburg dennoch nicht gespielt. Als Zwölfte der deutschen Rangliste sind Rieke Brink-Abeler und Angelina Grün für das dritte Turnier der smart beach tour qualifiziert. Mit 166 Punkten liegen sie zurzeit noch elf Zähler vor ihren jungen Teamkolleginnen vom USC. Angeführt wird die Setzliste in der Hansestadt von Sara Goller und Laura Ludwig, unumstrittene Nummer eins in Deutschland.

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