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Kein Ruhekissen

Fast scheint es, als wäre Norbert Blüm für einen Augenblick zurückgekehrt. Beim damaligen Bundesarbeitsminister war die Rente „sicher“. Seit gestern ist sie nach Auffassung der Bundesregierung sogar „krisenfest“...

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Fast scheint es, als wäre Norbert Blüm für einen Augenblick zurückgekehrt. Beim damaligen Bundesarbeitsminister war die Rente „sicher“. Seit gestern ist sie nach Auffassung der Bundesregierung sogar „krisenfest“.

Die 20 Millionen Rentner in Deutschland werden das mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen, die zukünftige Rentner-Generation sollte die Prognose jedoch nicht als sanftes Ruhekissen begreifen. An der privaten Vorsorge führt schon heute kein Weg vorbei. Im Gegenteil: Die Bedeutung von betrieblicher Altersvorsorge, Riester und Rürup wird weiter steigen. Allein die spontane Änderung der Rentenformel zu Jahresbeginn war nicht angetan, das Vertrauen in die Rentenversicherung zu festigen.

Weitere Unwägbarkeiten gibt es zuhauf: Die Entwicklung am Arbeitsmarkt steht in den Sternen. Steigt die Zahl der Arbeitslosen, fehlen Beitragszahler, die via Umlageverfahren die Rentner absichern. Bedenklich erscheint auch die große Zahl der Mini-Jobber und Beschäftigten im Niedriglohnbereich, die nur geringe Versorgungsansprüche erwerben.

Bleibt die Rente mit 67: Mit der Erhöhung des Eintrittsalters hat die Bundesregierung das drohende Ungleichgewicht zwischen Ruheständlern und Beitragszahlern teilweise ausgebügelt. Fraglich ist, wer wirklich bis 67 arbeiten kann. Diejenigen, die das nicht können, werden hohe Abschläge hinnehmen müssen.Andreas Fier

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