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Ahlener SG

Keine Miene verzogen

wn

Ahlen. Nahezu regungslos saß ASG-Trainer Diethard von Boenigk am Sonntagabend ganz außen auf der Bank und verzog keine Miene. Doch das lag nicht etwa daran, dass ihm die Leistung seiner Mannschaft gegen den TSV Altenholz missfiel. Denn die zeigte beim mühelosen 32:28 (18:16)-Sieg phasenweise sehr sehenswerten Handball und verbesserte sich zumindest für eine Nacht auf Platz zwei. Doch Grippe, Fieber und Schüttelfrost ließen bei von Boenigk einfach keine Begeisterung aufkommen. Ganz anders als bei den Zuschauern. Auf der Tribüne sorgte insbesondere der Vater von André Kropp, der als Schützenkönig mit seinem gesamten Hofstaat aus Steinbach bei Lemgo angereist war, für Stimmung. Fast jeder Treffer der ASG wurde von der lautstarken mit Sprechchören gefeiert – die sieben Kropp-Tore natürlich besonders, auch wenn das für den Sohn nicht reichte, um diesmal Torschützenkönig zu werden. Diesen Titel sicherte sich Sascha Bertow mit acht Treffern.

Tempo und Tore bestimmtem die Partie von Anfang an, sodass die 1150 Zuschauer in der nicht ganz ausverkauften Friedrich-Ebert-Halle zwar 53 Sekunden auf das 1:0 durch Benedikt Schindelhauer warten mussten, nach zwei Minuten dann aber schon vier Treffer und eine 3:1-Führung der ASG gesehen hatten. Die Gastgeber, bei denen Jonas Bagel von Beginn an Rückraum Mitte, Karsten Ganschow Rückraum rechts und Tobias Skerka in der Abwehr spielte, zogen anschließend auf 7:2 (8.) und schließlich sogar 13:7 (17.) davon. Das wohl schönste Tor gelang dabei Benedikt Schindelhauer, als er in Unterzahl der ASG (Zwei Minuten für Bagel) im Sprung die Wurfhand von rechts auf links wechselte und zum 8:3 traf (10.). Doch auch der sehenswerte Heber von Jonas Bagel aus zwölf Metern ins leere Altenholzer Tor zum 13:7 nach einem Tempogegenstoß wurde frenetisch bejubelt.

Jetzt nahm TSV-Trainer Wolfgang Schwenke ein Team-Timeout, das seine Wirkung nicht verfehlte. Denn während sich die ASG anschließend zahlreiche Fehlpässe in Richtung Kreis leistete, bekam Altenholz Oberwasser und verkürzte durch vier Treffer in Folge auf 13:11, dann auf 14:12 (23.). Selbst in doppelter Überzahl konnte die ASG sich nun nicht entscheidend absetzen, sondern kassierte vielmehr das 15:13 (25.). Da half auch kein Zwischenspurt mit drei Toren in Serie zum 18:13 – die Gäste ließen sich bis zur Pause nicht abschütteln und verkürzten abermals auf zwei Tore, sodass beim Seitenwechsel beim Stand von 18:16 alles noch offen war.

Und es wurde noch enger. 21 Sekunden nach Beginn der zweiten Halbzeit nutzte Altenholz durch Opderbeck die Restzeitstrafe für Skerka und traf zum 18:17. Die ASG wankte nun, fiel aber nicht, sondern schlug zurück. Bertow, Kropp, Skerka und abermals Bertow mit einem Doppelschlag zeigten sich nun treffsicher und ließen die ASG auf 23:17 davonziehen (38.), so dass diese kritische Phase souverän gemeistert wurde. Altenholz hatte darauf keine passende Antwort mehr, zumal Christian Schöppner (TSV) eine direkte Rote Karte sah, als er bei einem Siebenmeter dem eingewechselten ASG-Keeper Jan Peveling den Ball ins Gesicht warf. Peveling taumelte benommen in die Maschen, konnte aber nach kurzer Pause weiterspielen. Die Gastgeber spielten nun locker auf, erhöhten in der 50. Minute durch Kropp sogar auf 28:20 und hatten damit erstmals und das einzige Mal acht Tore Vorsprung.

Zweieinhalb Minuten vor der Schlusssirene waren es immerhin noch sieben (32:25). Und so konnten es die ASG und ihre Anhänger locker verschmerzen, dass die Gäste in der Schlussphase noch drei Mal erfolgreich waren und das Ergebnis damit auf 32:28 korrigierten.

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