1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Keine Ölkrise zu befürchten

  6. >

Reste vom Vortag

Keine Ölkrise zu befürchten

wn

Unsicherheiten mögen die Akteure an den Finanzmärkten der Welt nicht - zumal dann, wenn Regionen, in denen der wichtigste Rohstoff für die Industrie, das Erdöl, gefördert wird, nahe am Krisenherd liegen.

Doch die Märkte haben gestern nach kurzer Irritation wieder zur Gelassenheit zurückgefunden. Dafür gibt es gute Gründe: Zum einen dürfte das Gros der wichtigen Ölförderländer, wie etwa Saudi-Arabien und der Iran, von der Protestwelle nicht erfasst werden, weil deren politische Strukturen nach wie vor gefestigt sind.

Zum anderen haben künftige Regierungen in der arabischen Welt - wie sie auch immer konkret aussehen mögen - ein Interesse daran, ihren Öl-Reichtum gegen Euro, Dollar und Yuan zu verkaufen. Eine Öl-Krise ist deshalb nicht in Sicht.

Langfristig könnte eine Wende zu mehr Demokratie in der arabischen Welt den Konzernen sogar neue Marktchancen eröffnen. Für die Finanzmärkte kann das eine Beruhigungspille sein.

Jürgen Stilling

Startseite