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Keine Rücksicht auf Verwandtschaft

Cedric Gebhardt

Vorhelm - In Björn Webers Brust dürften zwei Herzen geschlagen haben, als er in der 23. Minute zum Torjubel ansetzte. So eben hatte er Westfalia Vorhelm mit 1:0 gegen Aramäer Ahlen in Führung gebracht. Weber, der eigentliche A-Junior, erlebte einen fabelhaften Einstand bei der ersten Mannschaft und zugleich traf er gegen seinen Familienclan. Den Björn Weber ist mit Angelina, der Nichte von Aramäer-Trainer Pietro Nieddu, zusammen.

Doch alle verwandtschaftliche Bande half nichts - Weber kam seiner Pflicht nach und erfüllte seinen Dienst im Dress der grün-weißen Platzherren. „Für das Gegentor kriegt er gleich noch eine“, scherzte Pietro Nieddu im Anschluss an die Partie. Die Begegnung hatte er mit seinem Team 0:3 verloren, seinen Humor jedoch nicht. Die defensiv ausgerichtete Westfalia griff zu schnellen Vorstößen, um die Gäste-Abwehr auszuhebeln. Das klappte in weiten Teilen. „Durch unser kompaktes Defensiv-Verhalten haben wir Aramäer den Zahn gezogen, offensiv aufzuspielen. Wir haben es ihnen schwer gemacht, ins Spiel zu finden“, befand Klaus Linnemann zufrieden.

Zudem stimmten Laufbereitschaft und Einsatzwille. Vorhelm präsentierte sich gegenüber der 2:10-Schmach gegen Beckum wie ausgewechselt.

An der Seite von Routinier Dennis Averhage richtete sich die Truppe auf, die gegen Beckum schon in die Nähe von Hasenfüßen gerückt worden war. Doch Angsthasen waren die Vorhelmer diesmal beileibe nicht. „Die Jungs haben volle Bereitschaft gezeigt. Es war wichtig zu sehen, dass die Niederlage vom letzten Sonntag keinen Knacks hinterlassen hat“, genoss Klaus Linnemann den gelungenen Auftritt. Nur einmal musste der Westfalia-Trainer innehalten, als Manuel Leisner in der 14. Minute mit seinem Schuss die Latte traf. Dessen ungeachtet konnten die Aramäer die sich bietenden Räume nicht sinnvoll nutzen. „Bei uns hat gar nichts gepasst. Es gab mehr Fehlpässe als Zuschauer da waren“, beklagte Pietro Nieddu. Auch nach dem Wechsel bekamen die Ahlener wenig auf die Reihe, gaben lediglich zwei Torschüsse ab.

Die Gastgeber wiederum wurden durch zwei Wechsel noch beflügelt, machten nun noch mehr Druck über die Außenbahnen. Nach einer Stunde erhöhte Dennis Averhage auf 2:0. Die Westfalia agierte nun noch offensiver, setzte die Aramäer unter Druck. In der 72. Minute schließlich setzte Julian Müller mit dem 3:0 den Schlusspunkt. Oliver Albrecht, Benjamin Jäger sowie Björn Weber vergaben noch weitere Chancen. Letzterer dürfte dennoch zufrieden sein. Auch wenn er von Pietro Nieddu noch einen Einlauf bekam. Der Aramäer-Coach selbst musste sich aber aufgrund der schwachen Vorstellung der Seinen auch an die eigene Nase fassen. „Vorhelm hat durch unsere Fehler die Tore gemacht. Ich bin einfach leer“, gestand Nieddu ein. Klaus Linnemann wiederum war richtig gut gelaunt. „Hut ab, wie die Mannschaft nach dem Debakel mit dem Druck umgegangen ist und eine konzentrierte Leistung abgeliefert hat. Wir haben über 90 Minuten absolut überzeugt.“

TuS Westfalia: Bleckmann - Schmidt, Schneider, Engelke, Langner, Gerdt (65. Jäger), Albrecht, Averhage (75. T. Pigorsch), Holle (40. Woestmann), Müller, Weber

Aramäer: B. Cicek - Kasper, Algün, A. Karagün, F. Wonnemann, M. Karagün (65. T. Teper), Tulgay, Leisner, Sasmaz (50. Krucinski), Topcu, Alagic (50. G. Teper)

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