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Schützenfeste in Münster

Keiner wollte König werden

wn

Münster. Der Vorsitzende der Bürgerschützen Münster-Ost, Rudolf Wenning, sieht ratlos aus. Grund für die getrübte Miene: Beim Schützenfest war niemand bereit, den Vogel abzuschießen und König zu werden. Nun hat der Verein zwar die Insignienträger, aber keine Majestät.

„Der Vogel hing schon locker an der Stange und es waren noch sieben Schützen unter der Stange, die schießen mussten“, erklärte Marlies Pasierbsky, Pressewartin des Vereins. Doch dann, beim 180. Schuss, war plötzlich Schluss. „Alle haben sich entschlossen, nicht mehr zu schießen“, so die Pressewartin. Dabei sei die Königswürde gar nicht schwer zu meistern. „Der zukünftige König hätte vom Verein alle Unterstützung erhalten, die er benötigt hätte, doch anscheinend ist heute niemand mehr bereit, Verantwortung zu übernehmen“, so Pasierbsky sauer. Vielleicht liege es aber auch daran, dass der Verein zu wenig Nachwuchs habe. „Es ist schon schwierig, dem König das Personal für einen Hofstaat zur Verfügung zu stellen, wenn niemand bereit ist mitzumachen oder die Zahl der Mitglieder zu niedrig ist“, erklärte Pasierbsky.

Für den Vorsitzenden ist der fehlende König aber kein Grund, die sprichwörtliche Flinte ins Korn zu werfen. „Wir werden nicht aufgeben, auch wenn im Verein natürlich gedrückte Stimmung herrscht“, so Wenning. Aufgegeben werde nicht. So wird auch der Königsball, der in zwei Wochen stattfinden soll, nicht ausfallen. „Wir werden keinen Königsball, sondern einen Schützenball feiern“, so Pasierbsky. Danach müsse man sich überlegen, wie es weitergehe. „Vielleicht müssen wir uns mit einem anderen Verein zusammentun, aber das sind nur Spekulationen“, verriet die Pressewartin.

Dennoch ließen sich die Schützen das Fest nicht vermiesen. So schoss Thomas Esser den Apfel, Klaus Wenning erhielt die Krone und Ralf Puke das Zepter. Die Besucher selbst stellten ihr Können am Luftgewehr unter Beweis.-cro-

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