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Kopfschuss tötet Terror-Paten

„Kill Mission“ traf Bin Laden wie ein Blitz

unserem Korrespondenten Friedemann Diederichs

Washington - Die Kugel - ab­gefeuert von einem Mitglied eines „Navy Seal“-Spezialkommandos - traf Osama bin Laden in den Kopf, als dieser sich hinter einer seiner Ehefrauen verbarg. Nur Minuten später befand sich die Leiche des bis dahin meistgesuchten Mannes der Welt an Bord eines Helikopters in Richtung Afghanistan.

Es war das Ende einer akribisch geplanten 40-minütigen Blitzaktion im pakistanischen Abbottabad, deren Verlauf live per Video in eine CIA-Kommandozentrale in Virginia übertragen wurde und die wohl nur ein Ziel hatte: Den El-Kaida-Chef, der sich lange dem Zugriff entzogen hatte, zu töten. Eine Festnahme Bin Ladens sei bei der „Kill Mission“, so ein US-Regierungsbeamter, aus­drücklich nicht vorgesehen gewesen.

Später ruderte das Weiße Haus etwas zurück: Der 54-Jährige sei getötet worden, weil er gekämpft habe. Doch als die Todesnachricht eintraf, brach im abgeschotteten Konferenzsaal in Virginia Jubel aus.

„Verstorben“ meldete gestern dann ein Schriftzug auf der FBI-Fahndungsseite über dem Foto des bärtigen Hünen. Die pakistanische Regierung war vorab nicht über die Mission informiert worden: Man wollte beim Finale keinen Verrat riskieren. Enge Mitarbeiter von US-Präsident Obama schilderten gestern Journalisten Details der Aktion.

Vor vier Jahren sei bei Verhören von in Guantanamo einsitzenden Häftlingen der Deckname eines Boten genannt worden, durch den der Flüchtige die Kommunikation nach außen betrieben habe. Der Vertraute und dessen Bruder lebten offenbar bei Osama bin Laden. Vor zwei Jahren ließ sich die Region eingrenzen, in der die Männer vermutet wurden. „Heiß“ wurde die Spur im August 2011, als US-Geheimdienstler auf das Anwesen in Abbottabad aufmerksam wurden - mitten in einer von pakistanischem Militärpersonal bewohnten Siedlung.

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