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Filmrezensionen

„Kinder der Seidenstraße“: Sehenswert

Hans Gerhold

Als Reporter George Hogg (Jonathan Rhys-Myers) 1937 in Nanking Gräuel der japanischen Besatzer fotografiert, schwebt in „Die Kinder der Seidenstraße“ schon das Schwert über ihm.

Doch er wird von Widerstandskämpfer Chen (der große Chow Yun-Fat) gerettet. Der verfrachtet den Briten in eine Bergdorfschule, wo Hogg (im Chinesischen: Schwein), der mit Kindern nichts im Sinn hat, die Schule in Schwung bringt und schließlich, als die Besatzer nahen und die Nationalisten Jugendliche rekrutieren, mit über 60 Kindern durch den Norden Chinas über 1000 Kilometer zur Stadt Zhandang nahe der Seidenstraße flieht.

Der ideale Familienfilm ist auch als historischer Abenteuerfilm sehenswert. Er ist nicht protzig wie der überschätzte „John Rabe“ (um den „guten“ Nazi und „seine“ Chinesen), sondern zurückhaltende pazifistische Würdigung des von Rhys-Myers schön phlegmatisch gespielten Mannes, der wider Willen zum Helden wird.

Dank der Kinder und der asiatischen Stars Chow Yun-Fat und Michelle Yeoh (als Opiumhändlerin) ist er näher an der chinesischen Mentalität. Trotz der Maden im Reis. Im Nachspann berichten Überlebende von Hogg. Wer mehr atemberaubende Landschaft sehen will, findet sie im 54-minütigen „Making Of“.

» Die Kinder der Seidenstraße. DVD. Anbieter: Koch Media.

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