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Kinderbonus entpuppt sich als Mogelpackung

Dorle Neumann

Münster/Berlin - Die Freude währte nur kurz: Der Kinderbonus entpuppt sich für nicht wenige Eltern als Mogelpackung. Wenn die 100 Euro pro Kind im nächsten Monat überwiesen werden, haben Alleinerziehende und Bezieher mittlerer und höherer Einkommen nur bedingt einen Grund zum Jubeln.

Denn erstens, so erläuterte der Geschäftsführer des deutschen Familienverbandes, Siegfried Stresing, gegenüber unserer Zeitung, bei Alleinerziehende wird der Kinderbonus auf den Unterhalt angerechnet - der kann vom Unterhaltspflichtigen dann um bis zu 50 Euro gekürzt werden. „Da lässt sich nichts retten“, so Stresing. Die Verbände hätten in der Expertenanhörung zum Kinderbonus auf das Problem aufmerksam gemacht: „Doch das Finanzministerium hat es sich da leicht gemacht.“ Der größte Fehler sei, dass der Bonus ins Einkommensteuergesetz geschrieben worden sei.

Zweitens: Der Bonus muss bei der Steuererklärung Ende des Jahres angegeben werden. Ab einem zu versteuernden Einkommen von etwa 67000 Euro „entfällt“, so erklärte das Finanzministerium gegenüber unserer Zeitung, der Anspruch auf den Kinderbonus. Im Klartext: Der Staat hole sich das Geld wieder zurück.

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