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Sexualtäter wieder vor Gericht

Kinderschänder (69) erneut belastet - aber er streitet alles ab

Neuenkirchen / Münster - Schwer belastet wurde am dritten Verhandlungstag der 69-jährige Angeklagten aus Neuenkirchen, der sich wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes vor der 1. Großen Strafkammer am Landgericht Münster verantworten muss. Trotz neuer Zeugenaussagen streitet der Mann alles ab. Das Gericht hörte mehrere Zeugen, zunächst die neue Lebensgefährtin des Vaters...

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Neuenkirchen / Münster - Schwer belastet wurde am dritten Verhandlungstag der 69-jährige Angeklagte aus Neuenkirchen, der sich wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes vor der 1. Großen Strafkammer am Landgericht Münster verantworten muss. Trotz neuer Zeugenaussagen streitet der Mann alles ab. Das Gericht hörte mehrere Zeugen, zunächst die neue Lebensgefährtin des Vaters. Sie berichtete, dass das Mädchen sich ihr anvertraut habe. „Die Kleine sagte: Opa hat mich angefasst. Ich darf aber niemanden etwas sagen, sonst wird er böse“, erklärte die Zeugin. Auch der Vater des missbrauchten Kindes, das zu Beginn der Übergriffe im Oktober 2010 fünf Jahre alt war, betonte, dass seine Tochter ihm von den sexuellen Handlungen durch „Opa K.“ erzählt habe. Nach diesen Zeugenaussagen sprach der Vorsitzende den Angeklagten an, ob er sich nicht doch einlassen wolle. Doch der 69-Jährige blieb auch am Freitag dabei, dass er dem Mädchen nie etwas angetan habe und das Kind lüge. Die Ärztin, die das Opfer nach der Tat untersucht hatte, berichtete, dass das Mädchen ihr alles erzählt habe. Das Kind habe eine Entzündung im Genitalbereich gehabt, die auf Manipulationen zurückzuführen sei. Allerdings müsse die Entzündung nicht unbedingt durch sexuellen Missbrauch entstanden sein. Auch einer 54 Jahre alten Psychotherapeutin hatte sich das Mädchen anvertraut. Sie betonte, dass die Aussagen des Kindes "absolut glaubwürdig" seien. Die Kleine habe erzählt, dass der Angeklagte ihr Kekse und Alkohol gegeben habe. Er habe ihr bei den Übergriffen den Mund zugehalten, was ihr sehr weh getan habe. Der Bewährungshelfer des einschlägig vorbestraften Mannes, der bereits wegen ähnlicher Vergehen 15 Jahre im Gefängnis war, kam zu der Einschätzung, dass der Angeklagte ein „rückfallgefährdeter Sexualstraftäter“ sei. Der Neuenkirchener war bereits 1995 wegen sexuellen Missbrauchs eines sechsjährigen Mädchens und versuchten Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren verurteilt worden. Danach schloss sich eine Sicherungsverwahrung des Mannes an, die Ende Mai 2010 nach einem Beschluss des Bundesgerichtshofes aufgehoben wurde. Es bestehe eine erhöhte Gefahr zu neuen Straftaten, hieß es am Freitag vor dem Landgericht. „Der Angeklagte ist am 7. Dezember 2010 in meinem Büro festgenommen worden. Eine Bekannte von ihm sagte mir damals, dass seine Verhaftung wohl mit einem kleinen Mädchen zu tun habe“, betonte der Zeuge. Der Prozess wird fortgesetzt.

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