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Reste vom Vortag

Kinderuni: Wenn Wörter um die Welt reisen

Karin Völker

Münster - Was heißt Butterbrot auf Russisch? Die Frage war gestern beim Auftakt der Kinderuni im Sommersemester schlicht zu einfach, denn keiner im großen Hörsaal H1 am Hindenburgplatz wusste die Antwort. Butterbrot heißt nämlich Butterbrot - so wie im Deutschen. „Das Butterbrot hat sich im Russischen so wohl gefühlt, dass es gleich dageblieben ist“, erklärte Jörg Bücker den rund 500 Jungen und Mädchen, die wissen wollen, was passiert, wenn Sprachen auf Reisen gehen. Prof. Dr. Susanne Günthner vom Germanistischen Institut der Uni und ihre Mitarbeiter erklärten bei der Vorlesung, wo überall auf der Welt deutsch gesprochen wird - und wie seltsam das dann manchmal klingt. Aber auch, wenn Prof. Günthner im schwäbischen Dialekt ihrer Heimat spricht, ,ist das für Kinder aus dem Münsterland doch ziemlich fremd. Im Deutsch, das Amerika-Auswanderer noch heute in manchen Gegenden von Texas sprechen, mischen sich Englisch und Deutsch zu einem Kauderwelsch. „Wir meeten uns heute in town“, sagen die Texas-Deutschen etwa, wenn sie in sich in der Stadt treffen.

Wie fremdartig, aber auch wie schön deutsche Wörter für Ausländer mit andern Sprachen klingen, erzählten auf der Bühne Zhu aus China, Alina aus der Ukraine und Alexander, dessen Mutter aus Zypern kommt. Für Zhu ist „Gulaschkanone“, das Lieblingswort, Alina mag das Eichhörnchen, „weil es das Tier so genau beschreibt“.

Jungstudentin Anna findet, dass „Zunge“ besonders schön klingt, und ihre Mutter, die aus Argentinien kommt, liebt „Schwarzwälderkirschtorte“. Nicht nur als Kuchen, sondern auch als Wort „total schwer auszusprechen“, erklärt sie.

„Geil“, sagt Jung-Student Justus am Schluss - und meint damit nicht sein Lieblingswort, sondern die ganze Vorlesung. „Besser gehts nicht“, lobte er. Da wurde die Professorin ein bisschen rot im Gesicht...

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