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Rot Weiss Ahlen

Kirschstein in Skandal verwickelt?

wn

Ahlen - Diese Nachricht schlug gestern ein wie eine Bombe: Laut einem Bericht von „Spiegel Online“ soll Sascha Kirschstein in den jüngsten Wettskandal verwickelt sein. Der Torhüter des Fußball-Zweitligisten Rot-Weiß Ahlen streitet die Vorwürfe ab, sein Verein stellte sich gestern demonstrativ hinter den Spieler und zeigte sich überzeugt, dass die Vorwürfe ungerechtfertigt seien.

Nach Spiegel-Informationen geht die Bochumer Staatsanwaltschaft dem Verdacht nach, dass es Verbindungen des Ahlener Torhüters zu den Drahtziehern des Wettskandals gebe. Konkret soll sich Kirschstein an der geplanten Manipulation der Partie vom 4. Oktober gegen Hansa Rostock (Ahlen verlor mit 0:2) beteiligt und dafür bis zu 50 000 Euro verlangt haben. Laut Spiegel Online sollen sich für die Ermittler aus über einem Dutzend überwachter Telefonate zwischen den mutmaßlichen Drahtziehern der Bande in den Tagen vor dem Spiel gegen Rostock Hinweise auf eine Beteiligung Kirschsteins an der beabsichtigten Schiebung ergeben. Unklar sei bislang für die Ermittler, ob der Plan zur Manipulation in die Tat umgesetzt wurde.

Kirschstein soll mit einem der inhaftierten Hauptbeschuldigten - die Staatsanwaltschaft spricht laut „Spiegel Online“ von seinem „ehemaligen Nachbarn“ - „gut befreundet sein“. Bei den konspirativ geführten Telefonaten zwischen den Drahtziehern soll laut „Spiegel Online“ die Rede vom „Torwart“, der „Nummer eins“ oder „dem von Ahlen, dieser Nummer eins“ gewesen sein. Laut der Akte sollten zudem noch jeweils bis zu 25 000 Euro an zwei weitere Ahlener Spieler fließen, die die Fahnder nicht schlüssig identifizieren könnten. Bestätigen sich diese Vorwürfe, würde Rot-Weiß Ahlen - wie schon 2004, als Schiedsrichter Robert Hoyzer ein RW-Spiel verschob - wieder mitten im Sumpf des Wettskandals stecken.

Kirschstein, der von den Ermittlern bereits angehört wurde, streitet die Vorwürfe ab. Nach Aussage seines Anwalts Horst Kletke gegenüber der Deutschen Presse-Agentur habe der Torwart sie entkräften können.

Bernd Mehring, Aufsichtsratsvorsitzender bei Rot-Weiß Ahlen, reagierte am Vormittag geschockt auf die Nachricht. „Diese Information kommt für mich sehr überraschend. Ich halte überhaupt nichts von Vorverurteilungen, das hat man ja am Osnabrücker Thomas Reichenberger gesehen. Und so lange keine Fakten geschaffen sind, müssen wir unsere Spieler erst einmal vor Angriffen schützen.“

In einer offiziellen Pressemitteilung nahm der Verein gestern Nachmittag wie folgt Stellung zu den Vorwürfen: „Sascha Kirschstein ist einer der Leistungsträger im Abstiegskampf und hat sich durch sein Auftreten die Sympathien der Fans erobert. Sein Verhalten ist und war zu jeder Zeit tadellos, und er hat sich hier im Umfeld als absolut herzlicher Mensch präsentiert. Aufgrund dieser sportlichen und charakterlichen Eigenschaften sowie nach einem persönlichen Gespräch zwischen dem Präsidium und Sascha Kirschstein, gelangt Rot-Weiß Ahlen zu der Überzeugung, dass die Vorwürfe gegen ihn nicht gerechtfertigt sind. Seine dargebotenen Leistungen geben dazu keinen Anlass.“

Ausdrücklich wird zudem betont, dass Vorstand, Trainer und Mannschaft „voll und ganz hinter Sascha Kirschstein stehen und ihm auch weiterhin ihr Vertrauen schenken werden“. Aufgrund der laufenden Ermittlungen werde der Verein von weiteren offiziellen Stellungnahmen absehen. „Es gilt für uns, wie in unserem Rechtsstaat üblich, die Unschuldsvermutung.“

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