1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. „Kiss & Kill“: Geworben und gestorben

  6. >

Archiv

„Kiss & Kill“: Geworben und gestorben

Hans Gerhold

In der ersten Hälfte ist es eine romantische Komödie mit Katherine Heigl und Ashton Kutcher, bei denen die Chemie stimmt - in der zweiten Hälfte entwickelt sich „Kiss & Kill“ zur Actionkomödie um ein Traumpaar im Kugelhagel.

So kommen Liebhaber beider Genres auf ihre Kosten und werden von der romantischen Riviera, wo geworben wird, in amerikanische Vorstädte geführt, wo gestorben wird. Das alles mit Augenzwinkern, ohne parodistisch zu sein, und einem Wiedersehen mit dem guten alten Schnauzbart Tom Selleck („Sie sehen wie Magnum aus.“).

Computerspezialistin Jen (Heigl), mit ihren Eltern (Selleck, Catherine 0Hara) auf Urlaub in Nizza, will sich von einem Beziehungsende erholen und stolpert im Aufzug über Spencer Aimes (Kutcher), gleich zu Beginn eine köstliche Szene für Heigl, die mimisch ihr Interesse für seinen Traumkörper kaum verbergen kann. Spencer ist Geheimagent, mit einem tödlichen Auftrag unterwegs, möchte aussteigen und beichtet Jen alles - nur ist die leider eingeschlafen.

Drei Jahre und eine ideale Ehe als Musterfrau und Mustermann später, taucht Spencers ehemaliger Chef auf, und fortan werden Jen und Spencer von Killern (Originaltitel) heimgesucht, die an allen Ecken und Enden auftauchen. Der Grund ist absurd und bleibt in der Hitchcock-Tradition des McGuffin ohne Bedeutung. Der Spaß liegt darin zu beobachten, wie das Paar mit den Killern und den Geheimnissen der Ehe fertig wird. Da sind sie in der Variante von „True Lies“ und dem unübertroffenen „Mr. und Mrs. Smith“ um Klassen besser als Tom Cruise und Cameron Diaz in „Knight and Day“.

Im Gegensatz zu Kolleginnen, die in Stresssituationen gern die nervige Hysterieplatte auspacken, ist Katherine Heigl („27 Dresses“) nicht leicht zu erschrecken. Hinreissend quirlig und sympathisch, macht sie in ihrer zweiten Zusammenarbeit mit Regisseur Robert Luketic nach der Erfolgskomödie „Die nackte Wahrheit“ klar, wer die wahre neue Comedy Queen ist, und erfüllt die Erwartungen.

Kutcher als Prince Charming zeigt in einigen realistisch harten Kämpfen überraschend den Tough Guy. Ältere Semester werden Selleck begrüßen, der als Heigls Vater („nennen sie mich Sir“), Waffennarr und Kontrollfreak in seinen Bart grummelt, während 0Hara die Ehe mit Eimern von Bloody Mary würzt. Locker, leichthändig und lecker.

Startseite