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125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Ahlen

Klaus Strickmann: „Ich bleibe ein Ahlener“

Christian Wolff

Ahlen. Ein Taucher in der Wüste? Eigentlich undenkbar, aber für Klaus Strickmann bald Realität. Fast hätte er nicht mehr damit gerechnet, aber als er vor drei Wochen eine E-Mail in seinem digitalen Posteingang vorfand, ging alles ganz schnell. „Haben Sie noch Interesse?“, stand darin zu lesen. Strickmann, Feuerwehrmann mit Leib und Seele, sagte zu.

Die Vorgeschichte: Über ein Jahr ist es her, dass sich der Ahlener um eine Stelle als Feuerwehrmann in den Vereinigten Arabischen Emiraten beworben hat. „Ich wollte einfach mal eine neue Herausforderung“, sagt er im Gespräch mit der „AZ“. Irgendwie habe er schon immer den Drang verspürt, ins Ausland zu gehen. Dann stieß er auf ein Stellenangebot für „Firefighter / Supervisor“ in den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Im Emirat Abu Dhabi sind mehrere Stellen zu besetzen“, las er auf der Internetseite der Firma Profinet GmbH. Diese sucht Feuerwehrmänner für die Anpassung des Brandschutzes an deutsche Standards. „Gut ausgebildete Kräfte sind dort begehrt“, weiß der Mann, der bislang die tragende Säule der Ahlener Feuerwehr-Tauchergruppe war.

Wie geht es weiter? Die Stelle tritt er schon in Kürze an – am 15. März. Doch sicherlich wird er weniger tauchen, sondern „ganz normalen Dienst absolvieren“, ist sich Strickmann sicher. Er tauscht Wersestadt und Hauptwache gegen ein Leben in der 500 000 Einwohner starken Stadt Al-Ain, genannt das „Grüne Auge“ der Region. Dort – genauer gesagt im Stadtteil Zakher – ist Strickmanns Einsatzgebiet, zunächst befristet bis 31. Dezember, aber mit Aussicht auf Verlängerung.

Al-Ain befindet sich an der Grenze zu Oman, rund 160 Kilometer südöstlich der Stadt Abu Dhabi. Die Staatsgrenze der Vereinigten Arabischen Emirate und Oman teilt die Stadt. Der omanische Teil wird Buraimi genannt. Die Grenze ist jedoch nicht mehr nur verwaltungstechnischer Natur, sondern durch einen hohen Zaun mit NATO-Draht-Rollen verstärkt worden. Seit 1976 gibt es in der Stadt eine Universität.

Mitten in einer Wohngegend liegt die Wache, wo bereits 22 weitere deutsche Kameraden arbeiten. Und ganz in der Nähe steht für den 47-Jährigen eine Wohnung in Aussicht. Groß genug, um auch mal Besuch zu empfangen. Doch die Freundin bleibt erst mal daheim, muss sich mit Online-Kontakten begnügen. Ja, so richtig auf das Neuland eingestellt ist Klaus Strickmann noch nicht. „Ich war noch die dort und hatte durch den ganzen Papierkram noch gar keine Zeit, über all das nachzudenken“, sagt er. Sicher ist aber: „Meine jetzigen Kameraden werden mir fehlen. Und den Urlaub werde ich nicht am Strand, sondern in Ahlen verbringen. Ich bleibe ein Ahlener.“ Aber vielleicht baut Strickmann in weiter Ferne ja doch irgendwann mal eine eigene Tauchergruppe auf . . .

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