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Kleiner Terrier von Hundemeute an der Ems zerfleischt

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Rheine. Den Alptraum eines jeden Hundebesitzers hat am Dienstag eine 56-jährige Rheinenserin erlebt: Mit ihrem erst fünf Monate alten Hund, einem kleinen Scotch Terrier, war sie kurz vor 19 Uhr am linken Emsufer unterwegs, als sich unter der Ludgerus-Brücke plötzlich eine Meute aus sechs Hunden auf den kleinen Terrier stürzte und ihn regelrecht zerfleischte. Dabei trug das Tier so schwere Verletzungen davon, dass es kurz darauf verendete. Bei dem Versuch, das Tier zu retten, wurde die Frau selbst von der wütenden Meute verletzt. Ein Augenzeuge (Name ist der Red. bekannt), der kurz nach dem Geschehen die Stelle passierte, beschrieb die Szenerie recht plastisch: „Die Frau saß da auf einer Mauer, blutverschmiert, mit dem Hund auf dem Schoß. Die Bauchdecke des Hundes war aufgerissen, die Eingeweide hingen raus und die Frau hat mit den Händen versucht, sie zurückzudrücken. Sie wippte apathisch hin und her, weinte und zitterte am ganzen Körper.“ Bei den Hunden, die den Welpen angegriffen hatten, soll es sich laut dem Augenzeugen unter anderem um einen ausgewachsenen Schäferhund sowie mehrere halbwüchsige Mischlingshunde gehandelt haben. Sie waren nicht angeleint und gehören zwei obdachlosen Männern, die offensichtlich unter der Brücke campierten. Nach ihnen wird zurzeit von Polizeibeamten und Ordnungsamtsmitarbeitern im ganzen Stadtgebiet gesucht. „Wir nehmen den Vorfall sehr ernst“, sagte Ulrike Solke, Mitarbeiterin des Fachbereichs Recht und Ordnung. „Diese Hunde könnten ja auch für andere Menschen gefährlich werden.“ Bislang blieben die Nachforschungen erfolglos. „Die Männer stammen nicht aus der Rheiner Obdachlosenszene, sondern haben sich wohl nur vorübergehend hier aufgehalten“, sagte Frau Solke. Sie habe auch mit der 56-jährigen Hundehalterin gesprochen und sie immer noch sichtlich angespannt angetroffen. Nach der Beißattacke nahmen zwei Polizeibeamte der Polizeiinspektion Rheine den Vorfall sowie die Personalien der Frau und des Hundehalters auf. Anschließend fuhren sie davon, ohne weitere Maßnahmen gegen den Hundehalter zu veranlassen. „Ich fand das schon sehr merkwürdig“, sagte der Augenzeuge. „Unter Hilfeleistung stelle ich mir etwas anderes vor. Die Frau stand doch ganz offensichtlich unter Schock.“ Mit dem Taxi fuhr brachte die Hundehalterin den schwerverletzten Terrier zu einem Tierarzt, der den Hund jedoch auch nicht mehr retten konnte. Laut Polizeisprecher Dirk Keienburg von der Kreispolizeibehörde Steinfurt haben die beiden ermittelnden Beamten korrekt gehandelt. "Neben der herbeigerufenen Polizei befand sich der in der Nähe wohnende Lebensgefährte des Opfers unmittelbar vor Ort. Beide entfernten sich verständlicherweise schnell in Richtung eines Tierarztes. Die Beamten sahen die Frau in Obhut des Lebensgefährten in guten Händen", teilte Keienburg der MV auf Anfrage mit. Bei Eintreffen der Beamten seien die Hunde angeleint, ruhig und nicht mehr aggressiv gewesen. Der Hundehalter sei zwar angetrunken, aber nicht volltrunken gewesen. Deshalb habe man die Hunde bei ihm belassen. Keienburg: "Die Beamten informierten das Ordnungsamt mit dem Hinweis auf diesen Vorfall. Das Opfer hatte vor Ort neben dem beschriebenen Zustand augenscheinlich keine erkennbaren Verletzungen. Sie bemerkte erst beim Tierarzt, dass sie einmal gebissen worden war." Die Frau habe eine Anzeige wegen Körperverletzung gegen den vernommenen Hundehalter gestellt.

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