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Knapp an Katastrophe vorbei

Kristian van Bentem

Münster-Kinderhaus - Bis zu einer Katastrophe fehlten nur zehn Meter: Beim Brand eines Büro- und Lagergebäudes auf dem Golfplatz Wilkinghege am frühen Donnerstagmorgen ist ein in unmittelbarer Nähe stehender Treibstofftank glücklicherweise unversehrt geblieben. „Ein Wunder, dass hier nicht alles in die Luft geflogen ist“, musste Club-Präsident Dr. Wolfgang Weikert am Donnerstagvormittag tief durchatmen und sprach trotz eines Sachschadens von geschätzt 80 000 Euro von „Glück im Unglück“.

Ebenso unstrittig wie unfassbar war für ihn sofort, dass Brandstifter am Werk gewesen seien, nachdem der Golfplatz in der vergangenen Woche bereits von Vandalen heimgesucht worden war (die WN berichteten). „Ich frage mich, ob die Täter eine Katastrophe beabsichtigt haben.“

So weit wollte das Fachkommissariat Branddelikte bei der Polizei Münster nach der Untersuchung durch Sachverständige zwar nicht gehen, bestätigte aber Brandstiftung als Ursache. Die Täter hätten zunächst einen Schuppen aufgebrochen und dann mit dem dort gefundenen Treibstoff ein Fahrzeug in Brand gesetzt. Von da aus hätten die Flammen auf das Gebäude übergegriffen.

Eine am Golfplatz vorbeifahrende Frau hatte am Donnerstag gegen 3.15 Uhr das Feuer bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Die insgesamt 37 Einsatzkräfte aus drei Löschzügen, die mit elf Löschfahrzeugen anrückten, konnten die Flammen schnell zurückdrängen und hatten den Brand gegen 4 Uhr gelöscht. Sie konnten aber einen Totalschaden an dem Gebäude, in dem die Greenkeeper ihre Sozial- und Lagerräume hatten, nicht verhindern. „Das, was an Substanz übrig geblieben ist, muss wohl abgebrochen werden“, sagte Wolfgang Weikert im Gespräch mit den WN. Verbrannt ist neben Werkzeug und Kleingeräten auch ein Elektro-Trolley. „Glücklicherweise ist unser schweres Gerät anderswo untergebracht“, so der Club-Präsident. Der Spielbetrieb wird durch den Brand nicht beeinträchtigt. „Unsere Mitglieder, die von dem Feuer nicht zufällig im Radio gehört hatten, haben das gar nicht gemerkt“, betonte Wolfgang Weikert.

Vor einer Woche waren unbekannte Täter bereits in das jetzt abgebrannte Gebäude eingedrungen, hatten einen Elektro-Trolley kurzgeschlossen, waren damit quer über den Golfplatz gefahren und hatten dabei erhebliche Zerstörungen angerichtet. „Dass sie nur wenige Tage später zurückkehren, damit hätte ich nicht gerechnet“, liegt für Weikert ein Zusammenhang auf der Hand. Den will auch die Polizei nicht ausschließen. „Wir suchen deshalb dringend Zeugen, die in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ab etwa 1 Uhr etwas Verdächtiges beobachtet haben“, sagt Pressesprecher Klaus Laackman.

Wie verhindert werden kann, dass erneut ungebetene Besucher kommen, ist Wolfgang Weikert bisher noch unklar. „Wir können einen Golfplatz von 60 Hektar Größe ja nicht einzäunen“, gibt er zu bedenken. Man wolle jetzt aber mit der Polizei ein Sicherheitskonzept erörtern. „Bewegungsmelder und Kameras wären eine Möglichkeit“, sagt Club-Präsident Weikert.

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