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Schlemmen in der Adventszeit

Knusper, knusper, Knäuschen

Sigrid Winkler-Borck

Gronau-Epe - Hexenhäuschen sind schön. Aber selbst gebackene sind am schönsten. Davon ist jedenfalls die knapp 13-jährige Helena Oing überzeugt. Gemeinsam mit ihren Geschwistern Sebastian, Theresa und Matthias sowie Mutter Birgit hat sie in diesem Jahr wieder ein Hexenhaus ganz individuell gestaltet.

„Es ist schon mehr eine Villa geworden“, schmunzelt Birgit Oing, die bereits am Vortag aus dem kompakten Lebkuchenteig die einzelnen Hausteile und die Bodenplatte gebacken hat. Tatkräftig unterstützt wird die Hauswirtschaftsmeisterin von ihrer Auszubildenden Pia Brömmel. Beim Dekorieren des Hexenhauses muss aber auf jeden Fall auch Elisabeth Lütke Scharmann dabei sein, hat sie diese Tradition auf dem Hof im Brinkerhook doch vor Jahren begründet.

„Elisabeth war meine erste Auszubildende“, erzählt Birgit Oing. „Vorher hatte ich schon eine Ausbildung zur Konditorin gemacht“, ergänzt Elisabeth Lütke Scharmann, womit sich ihr Faible für feine Backwaren erklärt. Obwohl sie mittlerweile in Münster arbeitet, hat sie sich wieder die Zeit genommen, zum Hexenhausbauen nach Epe zu kommen.

Routiniert zaubert sie mit einem Spritzbeutel zahllose Eiszapfen aus Zuckerguss ans Dach des Hexenhauses. Die Kinder lassen sich zwischendurch immer wieder Zuckerguss auf bunte Schokobonbons, Lakritz und Weingummis spritzen, mit denen sie dann das Lebkuchenhaus bekleben. Fantasie und Kreativität gehören eben dazu.

Aus Pfeffernüssen haben die Kinder einen Schneemann mit Dominostein-Hut zusammengesetzt, dessen dunkle Smartiesaugen wie eine „coole“ Sonnenbrille aussehen. Für den achtjährigen Matthias gehören Schokoplätzchen mit bunten Liebesperlen unbedingt zu einem Hexenhaus. Genauso wichtig ist ihm aber auch der Rauch aus dem Schornstein, den er aus Watte immer wieder zurechtzupft.

Schließlich ist die „Lebkuchen-Luxusvilla“ fertig und wird von Sebastian und Theresa noch mit Schneeflocken, sprich mit Puderzucker, bestäubt. Zum Anbeißen sieht das von innen beleuchtete Hexenhaus nun aus. Aber es soll erst mal das Auge erfreuen, und außerdem ist der Lebkuchen noch sehr hart. „Der Lebkuchen nimmt nach und nach Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und wird so weicher“, erklärt Elisabeth Lütke Scharmann. Geduld ist also gefragt. Der ein oder andere Zuckerguss-Eiszapfen wird wohl schon genascht werden, weiß Birgit Oing aus Erfahrung. Freigeben wird sie das Lebkuchen-Hexenhaus aber erst nach dem vierten Advent, hat die Mutter entschieden.

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