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Kohlebergbau: Neue Hoffnung für die Kumpel in Ibbenbüren

wn

Münster/Ibbenbüren - Neue Hoffnung für die Kumpel in Ibbenbüren. NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann setzt sich dafür ein, dass die dortige Zeche über das von der Politik vereinbarte Ende des Steinkohlebergbaus 2018 hinaus produzieren kann. Ein potenzieller Betreiber könnte nach seinen Plänen der Energiekonzern RWE sein. Mindestens dreimal hat sich Laumann mit RWE-Chef Jürgen Grossmann seit dem Frühjahr geheim getroffen.

Laumann schwebt vor, dass der RWE-Konzern die Zeche übernimmt und so die Versorgung seines benachbarten Kraftwerks in Eigenregie über 2018 hinaus sichert. Der 750-Megawatt-Block ist auf die Ibbenbürener Anthrazit-Kohle ausgelegt. Der Großteil der Förderung wandert direkt aus dem Pütt in die Brennkammer.

Der RWE-Chef soll Laumann, der aus der Region stammt, eine ernsthafte Prüfung zugesagt, ihm aber keine allzugroßen Hoffnungen gemacht haben. Nach Informationen unserer Zeitung favorisiert RWE stattdessen einen Vertrag mit dem Zechenbetreiber RAG, der die subventionsfreie Fortführung der Zeche auch jenseits des politisch gewollten Schließungsdatums sichert.

„Ich weiß von nichts“, sagte am Montag ein Sprecher der Essener RAG. „Die Gespräche haben stattgefunden“ – mehr war auch beim RWE-Konzern nicht zu erfahren. Doch soll der Energieversorger bereits eine Studie in der Hand halten, dass die Ibbenbürener Kohle unter dem Strich für RWE nahezu gleich teuer ist wie Importkohle. Denn das Bergwerk gehört zu den günstigsten deutschen Zechen, während der Preis für Importkohle zwischenzeitlich deutlich gestiegen ist. Dazu komme der Transport in die Bergmannstadt und zudem müsste das Kraftwerk auch noch umgerüstet werden, da Anthrazit-Kohle auf dem Weltmarkt schwer zu bekommen ist.

Laumanns Vorstoß sei keine Abkehr von der Kohlepolitik der Landesregierung betonte dessen Sprecher. Der Minister wolle nur ausloten, ob eine privatwirtschaftliche Fortführung der Zeche möglich ist.

Die Idee ist nicht neu: Mit dem Feld Donar bei Ascheberg liegt ein zweites privates Projekt „auf Halde“. Doch die RAG sucht noch Investoren, die erst einmal die sechs Millionen Euro Planungskosten für die Kokskohlenzeche aufbringen. Bislang ohne Erfolg.

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