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Offroad

Kokain im Kofferraum

Hans Gerhold

Eine junge Frau gerät aus der Spur, steigt in den Drogenhandel ein und torkelt blauäugig in ein Abenteuer, das ihr über den Kopf wächst. Wenn da nicht die Liebe wäre. Aus dem Stoff hätte eine turbulente Komödie werden können, was „Offroad“ nicht ganz ist, weil Timing und Action nicht stimmen.

Für Freunde von Nora Tschirner gibt es allerdings eine gute Nachricht: Mit lakonischem Unterspielen und trockenem Humor belebt sie das launige Roadmovie und bringt es doch noch über die Runden.

Meike Peters (Tschirner) aus Geilenkirchen soll die auf Grasfangkörbe spezialisierte Firma des Vaters übernehmen, einen Anwalt heiraten und ein vorgezeichnetes Provinzdasein führen. Des Anwalts Untreue und ein Jeep, den sie beim Zollamt in Aachen ersteht, bringen die Wende. Im Kofferraum sind 50 Kilo Kokain versteckt, dessen Erlös könnte ihre Träume von der Sahara wahr werden lassen. Verfolgt von Schmalspurganoven, gabelt Meike unterwegs Taxifahrer Salim (Elias M´Barek) auf, der ihr gentlemanlike beisteht. Im Zielort Berlin gestaltet sich der Drogendeal anders als erwartet . . .

Die Chemie zwischen Tschirner und M´Barek („Türkisch für Anfänger“) stimmt, auch die absurden Situationen, in die Meike gerät, sind recht witzig. Und doch will Alices Ausflug mit dem Drogenauto nicht ganz aufgehen, weil Regisseur Elmar Fischer kein Gespür für Szenenauflösungen und Action hat und mit wildem Schnitt Fehler überspielen will. Da helfen nur die Komik der wie immer so natürlichen wie muffligen Nora Tschirner und die drei grenzdebilen Berliner Ganoven.

Der Auftritt von Fernsehgrößen (Axel Milberg, Leslie Malton, Dominick Raacke) bringt null Würze, nur der Ethno-Soundtrack schafft eine Prise Schwung und Stimmung. So bringt man den Stoff nur bedingt an den Mann.

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