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Kölner Krawalle: Auch Gruppe aus Coesfeld von Polizei festgehalten

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Köln/Düsseldorf/Coesfeld - Der Einsatz der Kölner Polizei am vergangenen Samstag sorgt weiter für Schlagzeilen: Nachdem bekannt wurde, dass sogar Kinder in dem autonomen Block mitgelaufen sind und von der Polizei über Stunden in Käfigen festgehalten wurden, beschäftigte sich am Donnerstag der Innenausschuss des Landtages mit dem Vorgehen der Polizei.

Bei den Demonstrationen gegen den sogenannten Anti-Islamisierungskongress am Wochenende in Köln wurden mindestens 70 jugendliche Gegendemonstranten über Stunden festgehalten – ohne Kontakt zu Rechtsanwälten oder ihren Familien, ohne Essen und Getränke. Viele der Festgenommenen – darunter war auch eine Gruppe aus dem Kreis Coesfeld – waren nicht älter als 14 Jahre. Sie hatten sich Hilfe suchend an die Grünen-Abgeordnete Monika Düker gewandt. „Mir war kalt und ich hatte Hunger“, schrieb ein Mädchen. Die Grünen-Politikerin hatte daraufhin die Sitzung beantragt.

NRW-Innenminister Ingo Wolf verteidigte das Vorgehen der Beamten: „Ich bin sehr zu“frieden mit dem Einsatz.“ Rückendeckung gab es auch vom CDU-Innenexperten Werner Lohn: „Für einen Polizisten ist es gleichgültig, ob er von einem 13-jährigen oder einem 21-jährigen Steinewerfer verletzt wurde.“

Große Sorge bereitet den Sicherheitskräften der Umstand, dass immer häufiger Minderjährige an gefährlichen Demonstrationen teilnehmen. „Sogar in den autonomen Blocks laufen schon Kinder mit“, sagte der SPD-Innenexperte Karsten Rudolph. „Die haben offenbar Eltern, denen die Polizei mal klarmachen muss, dass eine solche Demonstration keine Abenteuerreise ins Niemandsland ist.“ Die Kölner Polizei schreibt nun die Eltern der Kinder und Jugendlichen an, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Bei dem Polizei-Einsatz wurden 400 Menschen festgenommen, die gegen den Anti-Islamisierungskongress von Rechtsradikalen protestiert hatten. Inzwischen wurden 120 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zwölf Polizisten wurden durch Knallkörper, Steine und Flaschen verletzt.

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