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Kommentar: Schreibers Ausweisung - Ein Ärgernis für die Union

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Bestechung, Betrug, Steuerhinterziehung: Die Liste der Vergehen ist lang - und brisant. Die Machenschaften des Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber werden nicht mehr lang in seinem geheimnisumwitterten Kalender schlummern. Das hat der 75-Jährige bereits vor seiner Auslieferung in Kanada großspurig angekündigt.

Schreiber war die Schlüsselfigur im CDU-Spendenskandal in den 90er Jahren. Was wird der frühere Strauß-Intimus enthüllen? Und wer muss vor Schreiber zittern?

Zündstoff hat das Augsburger Landgericht bereits gestern aus dem kommenden Verfahren herausgenommen. Der Prozess wird nicht mehr vor der Bundestagswahl am 27. September aufgenommen. Der Verdacht, Bundesjustizministerin Zypries könnte bei der Auslieferung ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt nachgeholfen haben, erscheint abwegig. So groß dürfte der Einfluss der SPD-Politikerin vor allem auf die kanadischen Behörden nicht sein.

Dennoch wird der Fall Schreiber die Union ärgern. Weil er noch einmal den Blick der Öffentlichkeit auf die Schwarzen Kassen der Partei wirft. Die Christdemokraten werden auf unangenehme Weise erneut mit den dunklen Schatten der Vergangenheit konfrontiert werden.

Einen politischen Tsunami wird der Prozess allerdings kaum auslösen. Bis auf Wolfgang Schäuble sind die handelnden Personen von damals von der Bühne verschwunden. Und die Kanzlerin? Angela Merkel hat sich längst und glaubwürdig von ihrem Ziehvater Helmut Kohl distanziert.

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