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Filmrezensionen

„Konferenz der Tiere“: Erdmännchens Reise

Hans Gerhold

Mit Erich Kästners Roman „Die Konferenz der Tiere“, 1969 von Curt Linda als Zeichentrickfilm inszeniert, hat dieses sehr freie Remake wenig zu tun. Was absolut nichts ausmacht. denn der erste abendfüllende deutsche Animationsfilm in 3D ist gelungen und hat die als pazifistische Utopie angelegte Vorlage auf aktuelle Verhältnisse übertragen. Statt der Rechte der Kinder und Verzicht auf Krieg steht die ökologische Botschaft im Vordergrund. Es geht um die Bewahrung des Planeten vor Wasserverknappung, Ölpest, Klimakatastrophen und Umweltverschmutzung.

Animationsfilme für die Familie sollten Action, Spaß und gute Laune verbreiten, und so steht „Die Konferenz“ in der Linie von Abenteuern wie „Ice Age“, „König der Löwen“ und „Madagascar“. Das quirlige Erdmännchen Billy, mit grauem Pelz etwas aus der Art geraten, macht sich mit Löwe Sokrates auf die Reise durchs Tal des Todes auf, weil es kein Wasser mehr im Okavango-Delta gibt. Sie landen vor dem Staudamm, der „Wasser gefangen hält“, entkommen und berufen eine Konferenz der Tiere ein, die gegen das Monstrum vorgeht.

Die eigentliche Erzählung wird ein wenig vernachlässigt, weil den Machern um Holger Tappe und Reinhard Kloos (die „Urmel“-Filme) der Sinn nach skurrilen Nebenfiguren und Situationen stand. Die aber punkten in jeder Beziehung, denn zu den Elefanten-, Büffel- und Nashornherden der Savanne stoßen Tiere wie eine Eisbärlady, Schildkröten, ein Tasmanischer Teufel, ein Känguru und der gallische Hahn (Sprecher: Christoph Maria Herbst), der sich zum Anführer aufschwingt und vor nichts Angst hat.

Technisch kann sich der Film mit amerikanischen Vorbildern messen: Die 3D-Tiefen-und Raumwirkung kommt bei Billys Kampf gegen die Piranhas, beim Golfspielen mit Hyänenkotkugeln und einer Stampede grandios zum Tragen. Farbenfrohes Familienkino.

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