1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. König Fußball im Dorf

  6. >

Archiv

König Fußball im Dorf

wn

Gimbte. Die dörfliche Idylle in Gimbte lädt die Gäste aus dem Münsterland zum Verweilen ein. Die dortigen Jugendlichen haben keine große Auswahl in Sachen Freizeitsport. Hier regiert König Fußball. Und das schon seit vielen Jahren. Und doch tun sich in den einzelnen Mannschaften Probleme auf, die die Verantwortlichen um den Jugendvorstand Martin Lanfer und Janis Große-Wöstmann lösen müssen. Denn nicht alle Mannschaften haben einen vollen Kader, einige Teams bilden mit GW Gelmer oder dem SC Sprakel eine Spielgemeinschaft. Da müssen die Eltern der Spieler natürlich zusätzliche Fahrzeiten in Kauf nehmen. Und auch organisieren, wer an welchem Tag fährt. „Das läuft eigentlich ganz gut“, sagt Janis Große-Wöstmann. Aber ihm drückt noch ein ganz anderer Schuh. Der Verein benötigte dringend noch einige Trainer, um den Trainingsbetrieb aufrechterhalten zu können.

Noch nicht rund läuft es zurzeit bei den E-Jugendmannschaft. Aufgrund der geringen Zahl an jungen Nachwuchsspielern muss die Mannschaft jeweils auf mindestens drei zusätzliche F-Jugendliche zurückgreifen. So kam es in der Hinrunde dazu, dass die Gimbter E-Jugend (U11), mit Acht- und Neunjährigen antrat. Da spielten auf der anderen Seite Kicker, die zwei Köpfe größer waren. „Ein Ding der Unmöglichkeit“, sagt Große-Wöstmann. Hinzu kam, dass die jeweilige ersten oder zweiten Mannschaften der Gegner mit einem größeren Kader (bis zu 24 Spielern) trainieren, wovon die besten zu den Spielen eingesetzt wurden. Zweistellige Niederlagen waren so für die Gimbter Jungs die Regel, nicht die Ausnahme. „Die haben so richtig ’Haue‘ bekommen“, sagt Große-Wöstmann. Das soll nun anders werden. Denn der Staffelleiter hat sie auf Antrag der Blau-Gelben in eine Staffel eingruppiert, in der nur U10- Mannschaften spielen. Nun hoffen die Gimbter Kinder, dass sie in der Rückrunde erfolgreicher sind.

Das geschieht vielleicht mit anderen Trainern, denn Luca Wirtz ist beruflich weggezogen und Kadri Sadiku hat nicht immer Zeit, die Kids zu trainieren. „Wir suchen noch einen Coach, der zwei Mal in der Woche trainieren und die Kinder am Wochenende zum Spiel begleiten kann“, sagt Große-Wöstmann.

Das gleiche Problem gibt es bei den F-Jugendlichen. Hier betreut ein Elternteil die Kinder, aber auch dieser Vater kann und will die Spieler nicht jedes Wochenende begleiten. „Der Trainer bekommt eine Aufwandsentschädigung“, macht Große-Wöstmann deutlich, dass der Trainer nicht umsonst arbeiten muss. „Wir haben leider keine A-Jugendlichen, die diese Aufgabe wie in anderen Vereinen übernehmen könnten“, sagt Große Wöstmann.

„Engpässe gibt es auch in der B-Jugend“, sagt Johannes Wilp, der sich um die Spielgemeinschaften kümmert. Hier haben sich die Gimbter mit dem SC Sprakel zusammen getan. Diese Mannschaft hat einen Kader von elf Spielern. Fällt von diesen jemand aus, so kommt es zu Spielverlegungen oder, wie bereits zweimal geschehen, zu Spielabsagen. Von den bisher vier bestrittenen Spielen wurden die ersten zwei verloren und die beiden letzten Spiele gegen Post Telekom Münster (8:1) und Telgte II (3:2) gewonnen.

Ausreichend Spieler gibt es in der C-Jugend. Sie kicken mit anderen Jugendlichen aus Gelmer in einer Spielgemeinschaft. Im Sommer fahren sie ein Mal in der Woche zum Training nach Gelmer, ein weiteres Mal kommen die Gelmer Spieler nach Gimbte. Im Winter fahren schon mal die Eltern. Die ersten drei Spiele der Saison hat die C-Jugend gewonnen. Das Spitzenspiel gegen den Tabellenführer Telgte verlor die Spielgemeinschaft mit 0:3 Tore. Am Samstag trennte sich das Team bei Münster 08 mit 1:1-unentschieden. Es belegt aktuell den zweiten Tabellenplatz. Vielleicht sind sie so gut, weil sie durch das Rad fahren schon jede Menge Kondition vor dem Training tanken . . .

Startseite