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Gerichtsurteil

„König von Gievenbeck“ muss Deutschland verlassen

Martin Kalitschke

Münster - Das Verwaltungsgericht Münster hat die Klage des 25-jährigen Serienstraftäters Samer S. gegen die drohende Abschiebung nach Jordanien abgewiesen. Der selbst ernannte „König von Gievenbeck“ muss damit Deutschland verlassen, sobald er eine 15-monatige Haftstrafe abgesessen hat und im Besitz eines jordanischen Passes ist. Dies wird voraussichtlich 2012 der Fall sein.

Samer S. sei in der Vergangenheit „tief in illegale und kriminelle Machenschaften verstrickt gewesen“, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Urteilsbegründung. Dass sich daran in Zukunft etwas ändern werde, sei nicht ersichtlich, betont der Verwaltungsrichter. Auch sozial und wirtschaftlich sei der in Wuppertal geborene und in Münster aufgewachsene Jordanier nicht in die Bundesrepublik integriert.

Der Anwalt von Samer S. hatte in der vergangenen Woche vor Gericht betont, dass sein Mandant „faktisch Inländer“ sei, weil er in Deutschland aufgewachsen sei und zu Jordanien keinerlei Bezüge habe (WN, 1.7.). Das Gericht räumt zwar ein, dass die Ausreise für den „König von Gievenbeck“ eine „Härte“ darstellen werde. Mit seinen arabischen Sprachkenntnissen sei er aber in der Lage, sich in Jordanien „ein neues Privatleben“ aufzubauen.

Schon als Jugendlicher war Samer S. immer wieder in Straftaten verwickelt. Nachdem er seinen Lehrer angegriffen hatte, wurde er von der Hauptschule verwiesen. Eine Berufsausbildung absolvierte er nicht, stattdessen geriet er laut Gericht zunehmend auf die schiefe Bahn und begann mit dem Konsum von Drogen.

Zuletzt war er 2009 zu einer Haftstrafe verurteilt worden, nachdem er ein Kilo Marihuana bestellt hatte, um es nach Überzeugung des Landgerichts anschließend weiter zu verkaufen.

Nachdem die Jugendgerichtshilfe bereits 2005 „keinerlei Möglichkeiten“ gesehen hatte, Samer S. erzieherisch zu erreichen, stellt er nach Einschätzung des Verwaltungsgerichts spätestens seit dem Drogenhandel „eine Gefahr für die Gesellschaft“ dar.

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