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Königin Beatrix regiert nicht wirklich

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Es war einmal eine Königin, die hatte drei Söhne – was wie ein Märchen klingt, ist gar nicht weit weg von uns Wirklichkeit. In Holland gibt es tatsächlich eine Königin. Beatrix heißt sie. Gestern ist sie in einer goldenen Kutsche durch Den Haag gefahren. Mit ihrem ältesten Sohn Wilhelm-Alexander und Prinzessin Máxima. Dann hat sie ihre Thronrede gehalten. Beatrix ist zwar eine richtige Königin, aber nicht so eine, die alles bestimmen darf. Sie ist mehr ein Staatsoberhaupt wie unser Bundespräsident, nur dass der gewählt worden ist. Beatrix wusste schon als kleines Mädchen, dass sie einmal Königin werden würde. Das hat den Vorteil, dass sie sich von kleinauf auf den Beruf vorbereiten konnte.

Große Macht hat Beatrix nicht, obwohl sie Mitglied der Regierung ist. Doch sie kann Einfluss ausüben und Denkanstöße geben.

Die Thronrede hat sie allerdings nur vorlesen dürfen. Geschrieben hat sie der Ministerpräsident. In der Rede steht, was die Regierung plant. Zum Beispiel, dass mehr Lehrer eingestellt werden sollen und es mehr Tagesstätten für Kinder geben wird.

Am Nachmittag stellte der Finanzminister die Pläne vor, wie die Vorhaben der Regierung bezahlt werden sollen. Das interessiert vor allem die Eltern der niederländischen Kinder. Dann erfahren sie zum Beispiel, ob Steuern erhöht werden sollen.

Der Tag der Thronrede heißt „Prinsjesdag“, Prinzentag. Ein Vorfahre der Königin, Prinz Willem V., war sehr beliebt, und sein Geburtstag, der Prinzentag, wurde groß gefeiert. Auch heutzutage wird der königlichen Familie zugejubelt, wenn sie nach der Thronrede in den Palast zurückgekehrt ist und sich auf dem Balkon zeigt. Martin Borck

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