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Jahresrückblick Sport

Königin im Team von Fußball-Heldinnen

Jürgen Beckgerd

Kein Gegentor im gesamten Turnier, der Höhepunkt ist der gehaltene Elfmeter im Finale gegen die Brasilianerin Marta: Keine Frage, Nadine Angerer ist die unbestrittene Königin im Team der Heldinnen – nicht nur der deutschen Fußballerinnen.

Die Torfrau des Bundesligisten Turbine Potsdam wird zur besten Torhüterin der Weltmeisterschaft in China gewählt. Und das, obwohl die 29-Jährige Anfang des Jahres noch als Ersatzfrau hinter Silke Rottenberg gilt. Deren Verletzung entpuppt sich als große Chance für Angerer.

Die deutschen Frauen bestätigen ihre Ausnahmestellung im Welt-Fußball. Als Titelverteidiger – 2003 wurde die DFB-Elf Weltmeister in den USA – schafft die Mannschaft ein Novum. Zuvor gelang es noch keiner Nationalmannschaft, sich den Titel zum zweiten Mal in Folge zu sichern.

Und noch ein Rekord: Im Auftaktspiel gegen Argentinien setzt sich die Mannschaft mit 11:0, dem höchsten WM-Sieg aller Zeiten, durch. DFB-Präsident Theo Zwanziger, einer der größten Förderer des Frauenfußballs, und Fifa-Präsident Josef Blatter sind Zeuge dieses denkwürdigen Spiels.

Danach gelingt den Deutschen alles – den Gegnerinnen nichts mehr. Am Ende steht eine eindrucksvolle Tordifferenz von 21:0 – nur England kommt zu einem Unentschieden. Das gewonnene Finale – Birgit Prinz und Simone Laudehr erzielen die Tore zum 2:0 gegen Brasilien – setzt daheim Kräfte frei: Das Endspiel wird von neun Millionen in Deutschland am Fernseher verfolgt, über 20 000 Fans bereiten der Mannschaft um Bundestrainerin Silvia Neid nach ihrer Rückkehr in Frankfurt einen begeisternden Empfang. Fraglich bleibt indes, ob und wie sich der WM-Gewinn auf die Zuwächse in den Vereinen auswirken wird.

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