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Königin vom Lande

Claus Röttig

Münster - Äußerlich war Christiane Kotthoff nichts anzumerken. Doch im Inneren sah es da ganz anders aus: Die frischgebackene Miss Bullenball konnte ihr Glück noch gar nicht fassen: Mit einer überwältigenden Mehrheit war die 21-jährige Agrarstudentin aus Vellinghausen bei Meschede vor wenigen Minuten zur Majestät gekrönt worden. „Ich füh­le mich wie nach einem 1000-Meter-Lauf“, gibt die Sauerländerin zu, während der Fanclub, der extra mit zwei Bussen nach Münster gereist war, den Sieg der hauseigenen Favoritin feierte. Aber eigentlich sei alles super. „Ich war einfach nur nervös, als ich das Mikro in die Hand bekam, aber meine Leute standen hinter mir“, so die frischgebackene Majestät.

Doch bevor sich Kotthoff die Krone aufsetzen durfte, standen erst einmal verschieden Wettbewerbe auf dem Programm, die allerdings Kotthoff ebenfalls alle souverän für sich entschied: So mussten die drei Kandidatinnen erst einmal im Kartfahren und Bullenreiten ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Dann ging es auf die Bühne. Dort mussten auch Janina Christiani aus Hamm und Svenja Thannhäuser aus Bad Rothenfelde zeigen, dass sie des Titels „Miss Bullenball“ würdig sein könnten: Die Finalistinnen sollten das Publikum anheizen. Doch während die beiden ersten Kandidatinnen „Hey, was geht ab“, in das Mikro riefen, zeigte sich Kotthoff besonders lokalpatriotisch: Beim Song „Mein Herz schlägt für das Sauerland“ übertönten die Begeisterungsstürme fast die Boxentürme.

„Ich bin schon so etwas wie ein Botschafterin“, sagte die die 21-Jährige, sie meinte das aber nicht ganz ernst. Dabei kam die Idee, sich um den Adelstitel zu bewerben, gar nicht von der sympathischen jungen Frau. „Meine Freunde aus der Landjugend haben mich einfach angesprochen und ich habe mitgemacht.“

Auch Freund Edgar ist stolz auf seine „Königin“. „Ich habe auch meinen Teil zum Erfolg beigetragen - ich habe immerhin ein Plakat gemalt.“

Nur die Eltern von Christiane Kotthoff konnten nicht bei der Party dabei sein. „Sie haben einen Betrieb und da heißt es auch am Sonntag früh raus.“ Aber nicht nur die Wahl der Miss Bullenball stand auf dem Programm: Auch die Finalisten des Wettbewerbes „Westfalen rockt“ spielten um den Titel „Westfalens Partyband des Jahres 2009". „Five Minutes left“ traten mit klassischem Rocksound gegen „Kryptonite“ an, die sich auf Ohrwürmer à la Nirvana oder Andrea Berg spezialisiert hatte. Am Ende entschieden sich die rund 3800 Besucher für „Five Minutes left“.

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