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Sparklausur im Kanzleramt

Konsequent rot

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Barockes Ambiente passt nicht zur neuen Bescheidenheit. Deshalb ist es stimmig, das Milliarden-Sparpaket für den maroden Bundeshaushalt nicht in der Sommerfrische von Schloss Meseberg zu schnüren. Ein Spargipfel von diesem Kaliber gehört ins Kanzleramt - wohin auch sonst.

In Berlin steht viel auf dem Spiel. Natürlich für die schwarz-gelben Koalitionäre, die nach vermasselter NRW-Wahl, Koch- und Köhler-Rückzug die letzte Chance haben, das verspielte Wähler-Vertrauen zurückzugewinnen.

Entscheidend sind die Klausurergebnisse, an denen bis heute Mittag gearbeitet wird, aber vor allem für das politische Klima im ganzen Land. Denn jetzt wird sich in der breiten Debatte über die absehbaren Einschnitte bei sozialen Wohltaten und die komplette Neuausrichtung der deutschen Finanzpolitik zeigen, ob man zwischen Kiel und Konstanz tatsächlich bereit ist, gemeinsam und beherzt auf die Schuldenbremse zu treten.

Zu schaffen ist eine Generationen dienende Kehrtwende angesichts dramatischer Zinslasten nur mit konsequentem Rotstift-Einsatz. Regieren und Subventionieren auf Pump - Hauptursachen für die kranken Staatsfinanzen - müssen endlich den Verbots-Stempel verpasst bekommen. Bei aller Furcht vor einer persönlichen Überbelastung sehen auch die meisten Bürger zum Sparkurs keine Alternative.

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