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Kopf hoch, kämpfen

André Fischer

Ahlen/Bönen - Variabel, kraftvoll, schnell - das Tennisspiel von Rafael Nadal, aktuell Nummer eins in der Weltrangliste, hat es Michelle Schneider angetan. „Der ist einfach cool“, sagt die elfjährige Ahlenerin, die für den TC Rot-Weiß Bönen in der Ruhr-Lippe-Liga der U15 startet, kess und schickt sich an, ihrem sportlichen Vorbild nachzueifern. Und das bislang durchaus mit Erfolg. Am Mittwoch nimmt Michelle an den Deutschen Meisterschaften der U12 in Ludwigshafen teil.

„Das war ein langer und harter Weg“, sagt Mama Gudrun, die zusammen mit ihrem Mann Horst ihre Tochter tatkräftig unterstützt. „Ohne Eltern geht nichts“, sagt der Papa, einst Fußballer und mittlerweile Hobby-Tennisspieler beim TC Dolberg. Jener Verein, in dem auch Michelle das Tennisspielen erlernte. Über Dolberg und den Ahlener TC landete sie 2010 schließlich in Bönen - dort, wo Kinder und Jugendliche speziell gefördert werden.

Erste Früchte ihrer intensiven Arbeit mit der Filzkugel hat sie bereits mit guten Platzierungen bei Bezirks- und Westfalenmeisterschaften geerntet. Obendrein wurde sie nach diversen Sichtungen mit neun Jahren zum Bezirkstraining nach Waltrop und später zum Verbandstraining in das Leistungszentrum des Westdeutschen Tennis-Verbandes (WTV) nach Kamen beordert. Mittlerweile trainiert sie zweimal in der Woche mittwochs und donnerstags mit Verbandstrainer Jens Wöhrmann, um stetig besser zu werden.

„Ich habe einfach Spaß daran“, sagt Michelle, die mittlerweile die Nummer sechs in der WTV-Rangliste in ihrem Jahrgang 1999 ist. Deutschlandweit liegt sie auf Platz 49. Schritt für Schritt will die motivierte Schülerin an ihrer Tenniskarriere basteln. Mit der Qualifikation zur DM hat sie bereits ein Ziel erreicht. „Wenn ich jetzt noch ein paar Runden überstehe, wäre das irre“, freut sich Michelle auf das Event in Ludwigshafen. „Vielleicht kann sie so noch ein paar Punkte für die Ranglisten sammeln“, schiebt Mutter Gudrun hinterher.

„Sie hat ja nichts zu verlieren“, sagt Horst Schneider und hofft auf eine gute Tagesform seiner Tochter. Sollte sie dennoch vorzeitig die Segel streichen, wäre das auch kein Thema, lautet ihr Motto doch: „Stets den Kopf hochhalten, immer kämpfen, und wenn eine Gegnerin mal besser ist, gilt es das zu akzeptieren.“ „Das hat sie von mir“, lacht der Papa. Gewinnen und verlieren gehören einfach zum Sport dazu. Recht so, nur ab Mittwoch würde Michelle auf Niederlagen dennoch gern verzichten.

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