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„Korankinder“: Ergiebige Doku

Hans Gerhold

Für über eine Milliarde Menschen ist der Koran bindendes Bekenntnis. Seine rund 6000 Verse auswendig zu lernen ist Ziel der Schüler von Koranschulen (Madrasas), die im Dokumentarfilm „Korankinder“ von Shaheen Dill-Riaz („Eisenfresser“) beobachtet werden.

Dem deutsch-bengalischen Filmemacher gelang es durch Fürsprache eines Beraters, in den Madrasas von Amirabad trotz prinzipiellen Bilderverbots zu filmen, Lehrer und Schüler zu interviewen, ehemalige Schüler und Eltern vor die selbst geführte Kamera zu holen und ihnen Für und Wider zu entlocken.

Daraus ergibt sich ein komplexes Geflecht von Religion, Bildung und Ökonomie. Liberale Mittelschichtler lehnen die Schulen wegen Abstumpfung ab, für Traditionalisten bedeuten sie Erziehung zum gläubigen Menschen mit gutem Benehmen.

Der Film stellt dieser Einrichtung staatliche Schulen gegenüber, wegen deren Chaos ärmere Eltern ihre Kinder auf durch Spenden finanzierte Koranschulen schicken, wo Schüler über „kleine Steine im Reis“ klagen. Dill-Riaz bringt die eigene Familiengeschichte ein, bleibt beim Thema. Ergiebig für das Verständnis des Islam.

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