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Sparen im Alltag

Kostenfalle Heizung

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So manchem Verbraucher läuft es eiskalt über den Rücken, wenn er an seine Heizkosten denkt. Denn die Energiepreise scheinen nur eine Richtung zu kennen: steil aufwärts. „Seit dem Jahr 2000 hat sich der Gaspreis etwa verdoppelt“, weiß Hartmut Weissler, Energieberater der Verbraucherzentrale NRW in Münster. „Und es spricht wenig dafür, dass es in den nächsten sieben Jahren anders sein wird.“ Da lohnt es sich, Geld auszugeben, um Energie zu sparen – und damit wiederum Geld. Was könnte zum Beispiel eine vierköpfige Familie in einem 60er-Jahre-Haus mit 150 Quadratmeter Wohnfläche und 35 000 Kilowattstunden (kWh) Gasverbrauch im Jahr unternehmen? Und was bringen diese Einzelmaßnahmen?

Einen neuen Brennwertkessel einbauen.

„Ein neuer Brennwertkessel, der einen Kessel aus den 80er Jahren ersetzt, dürfte Einsparungen von zehn bis 30 Prozent bringen“, sagt Weissler. Das bedeute Einsparungen von 250 bis 750 Euro im Jahr, so dass die Familie die Kosten von etwa 5000 Euro in einigen Jahren wieder heraushätte – je stärker der Gaspreis steigt, umso eher. Dazu kommt der Umwelt-Effekt. Weniger Gasverbrauch bedeutet auch weniger Kohlendioxid-Ausstoß (CO2). Im Beispiel würden eine bis drei Tonnen im Jahr eingespart.

Eine Solaranlage für die Warmwasserversorgung installieren.

„Durch eine Solaranlage lassen sich 60 Prozent der Energiekosten für Warmwasser einsparen“, so Weissler. Pro Person würden etwa 1000 kWh Gas für das Warmwasser gebraucht. Sparen ließen sich also bis zu 2400 kWh oder 140 Euro oder 720 Kilogramm CO2 im Jahr. Kosten der Solaranlage: ab etwa 5000 Euro. „Das armortisiert sich nicht ganz so schnell“, räumt Weissler ein, „aber die Heizung im Sommer ganz abzudrehen und sich das Warmwasser von der Sonne liefern zu lassen ist auch ein gutes Gefühl.“

Eine effiziente Heizungspumpe installieren.

Die Heizungspumpe werde beim Energiesparen oft übersehen, sagt Weissler. Heizungspumpen aus den 70er Jahren? „Das ist, wie wenn Sie ein Auto mit Vollgas fahren und die Geschwindigkeit mit der Handbremse regulieren.“ Bei 100 Watt Leistung laufe die Pumpe rund um die Uhr – 8760 Stunden im Jahr und brauche 876 kWh Strom für rund 175 Euro. Eine energiesparende, elektronisch geregelte Pumpe (Effizienzklasse A) gebe es inklusive Einbau für „unter 500 Euro“. Stromkosten der „Neuen“ im Jahr: 12 Euro. CO2-Einsparung: 550 Kilogramm im Jahr.

Wärmedämmung von Heizungsrohren.

„Wir finden immer noch Heizungskeller, wo die Leitungen ungedämmt verlaufen“, klagt Weissler. „Dabei soll mit der teuer erzeugten Wärme doch nicht der Keller geheizt werden.“

Besser dämmen – etwa die oberste Geschossdecke zum unbewohnten Speicher.

„Das ist mit Dämmplatten sehr einfach“, sagt Weissler, „und es kann 15 bis 20 Prozent Einsparung bringen.“ In unserem Beispiel wären 7000 kWh oder etwa zwei Tonnen CO2 und etwa 400 Euro im Jahr. Die Kosten für das Dämmen liegen bei etwa 50 Euro pro Quadratmeter.

Ein Wintermantel fürs Haus – die Außenwände isolieren.

Hier wird es teuer. „Das sollte man machen, wenn ohnehin eine Renovierung ansteht.“ Eine isolierende Thermohaut für Putzbauten von 15 Zentimeter Dicke koste etwa 100 bis 150 Euro pro Quadratmeter. Wird das Ganze verblendet, wird es noch teurer. Da dauert es – trotz möglicher Einsparung von 15 bis 30 Prozent – vergleichsweise lange, bis es sich auszahlt. Martin Ellerich

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